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2013-06-06

AFRIKA/ÄGYPTEN - Staudammprojekt führt zu Spannungen zwischen Ägypten, Sudan und Äthiopien

Kairo (Fidesdienst) – Der geplante Bau eines Staudamms am Blauen Nil führt zu Spannungen zwischen Ägypten, dem Sudan und Äthiopien (vgl. Fidesdienst vom 31/05/2013). Wie aus einem Bericht hervorgeht, den Experten aus den drei Ländern erstellten, würde der in Äthiopien gebaute Staudamm Ägypten rund 12 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr entziehen.
Ayman Ali, einer der Berater des ägyptischen Präsidenten Mursi, betont: „Ägypten hat das Recht, die eigenen Interessen zu vertreten, wie andere das Recht haben, ihre Interessen zu vertreten“. Deshalb müsse Äthiopien beweisen, dass der Staudamm „Ägypten nicht schädigt, ansonsten werden wir verschiedene Optionen in Erwägung ziehen“. In diesem Zusammenhang schließt er auch die Möglichkeit eines militärischen Angriffs nicht aus.
Die verschiedenen möglichen Reaktionen Ägyptens auf das Staudammprojekt in Äthiopien wurden Im Rahmen einer Tagung hochrangiger ägyptischer Politiker erörtert, an der auch Präsident Mursi teilnahm. Die Gespräche sollten zunächst geheim bleiben, wurden jedoch im Fernsehen übertragen. Die Teilnehmer kritisierten in diesem Zusammenhang nicht nur Äthiopien, sondern auch den Sudan. Die Regierung in Khartum (wo der Blaue und der Weiße Nil zusammenfließen) hatte sich positiv zum geplanten Bau eines Staudamms geäußert. „Unsere Meinung mag den Ägyptern nicht gefallen, doch der Sudan wird von dem Bauprojekt profitieren“, so der sudanesische Minister für Kommunikation, Ahmend Bilal Osman.
Unterdessen intensiviert Äthiopien die eigenen militärischen Verbindungen zu Israel mit Blick auf eine mögliche Krise mit der Regierung in Kairo. (LM) (Fidesdienst, 06/06/2013)

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