ASIEN/INDIEN - Bischöfe zum Thema Vergewaltigung: „Die Würde jedes Menschen ist heilig: wir müssen bei der Erziehung ansetzen“

Montag, 14 Januar 2013

New Delhi (Fidesdienst) – Während die Nachricht von einer weiteren Vergewaltigung die Nation erschüttert – eine 29jährige Frau wurde in Amristar (Punjab) von sechs Männern vergewaltigt – betonten die Bischöfe des Landes „die Heiligkeit des Lebens und die dringende Notwendigkeit größerer Bemühungen im Bereich der Erziehung, bei der Bekämpfung dieser Praktiken, die gegen die Würde der Frau verstoßen“.
Im Gespräch mit dem Fidesdienst erläutert der Sprecher der Indischen Bischofskonferenz, Pfarrer Dominic D’Abreo, den offiziellen Standpunkt der Kirche in Indien: „Diese weitere Nachricht von Vergewaltigungen in Indien stimmt uns traurig. Wir sind alle Kinder Gottes und solche Episoden sollte es nicht geben, weil jeder Mensch Respekt verdient“. „Das ganze Land mit seinen Institutionen, Ordensgemeinschaften und Bürgervertretungen“, so Pfarrer D’Abreo, „engagiert sich und muss sich auch künftig dafür einsetzen, dass die Rechte und die Würde jedes Menschen garantiert werden. Das Phänomen der Vergewaltigungen muss beobachtet werden, das Land ist sich dessen heute bewusst und unternimmt entsprechende Anstrengungen“.
Die Kirche leistet in diesem Bereich einen Beitrag: „Wir haben die Würde der Frau und die Achtung und Heiligkeit des Lebens stets verteidigt und werden dies auch in Zukunft tun. Wir müssen heute bei der Erziehung der Kinder und Jugendlichen ansetzen und dabei die Achtung des Lebens jedes Menschen in den Mittelpunkt stellen. Was dies anbelangt, so ist im christlichen Glauben der Wert des Lebens der höchste aller Werte. Wir werden immer auf der Seite derjenigen stehen, die ihrer Würde beraubt, ausgegrenzt oder missbraucht werden“. „Die Kirche setzt sich in Indien für die Unterdrückten ein und ermutigt alle zu größerem Engagement bei der Bekämpfung von Vergewaltigungen und für eine bessere Welt“, so der Sprecher der Bischofskonferenz. „In diesem Sinn ist der ‚Tag der Gerechtigkeit für die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen’, der am 27. Januar in Mumbai stattfinden wird ein Signal für das ganze Land. Es wird ein wichtiger Moment sein, wenn es darum geht dem Land Licht zu schenken und die Menschen aufzufordern, diesem Licht zu folgen“.
Im Hinblick auf neue Gesetze zur Bestrafung von Vergewaltigern sagt Pfarrer D’Abreo abschließend, „lehnen wir die Todesstrafe ab, da für uns das Leben auf jeden Fall heilig ist. Wir fordern aber auch, dass ein derart abscheuliches Verbrechen wie die Vergewaltigung ernsthaft verfolgt wird, damit die ganze Gesellschaft weiß, wie schlimm ein solches Verbrechen ist und damit eine wirkkräftige Prävention stattfindet“. (PA) (Fidesdienst, 14/01/2013)


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