ASIEN/SYRIEN - Christen in einem Dorf nördlich von Aleppo eingeschlossen

Donnerstag, 10 Januar 2013

Aleppo (Fidesdienst) – Rund tausend christliche Gläubige, darunter Mitglieder der griechisch-orthodoxen und der lateinischen Glaubensgemeinschaft, sind in dem christlichen Dorf Yaakoubieh nördlich von Aleppo eingeschlossen. Ohne Lebensmittel und Stromversorgung befinden sie sich im Kreuzfeuer der Gefechte zwischen der regierungstreuen Armee und Rebellen. Sie können ihr Dorf nicht verlassen, „wo sie unter verheerenden Umständen leben und die eigene Auslöschung riskieren“. Dies teilt der Franziskanerpater Francois Kouseiffi (ofm), der die Kirche des heiligen Franz von Assisi in Hamra (Beirut, Libanon) betreut, wo auch 500 syrische Flüchtlinge Zuflucht gesucht haben, dem Fidesdienst mit: Die Flüchtlinge berichten von der tragischen Situation in ihrem Heimatdorf, wo sie zahlreiche Verwandte hinterlassen haben. Vor dem Krieg lebten rund 3.000 armenische, orthodoxe und katholische Christen in dem Dorf, die sich zum größten Teil zur Flucht entschlossen haben. Im Dorf halten sich auch Franziskanerinnen auf, die das Schicksal der Zivilisten teilen: „Die Situation ist sehr ernst. Die Gläubigen fühlen sich wie in einer Falle. Wir versuchen ihnen bei der Flucht in den Libanon zu helfen… Sie riskieren dort zu sterben, ohne dass es jemand bemerkt“, so der Ordensmann.
Die Christen gehören in Syrien zu dem besonders leicht angreifbaren Gruppen. Von den rund vier Millionen syrischen Flüchtlingen sind etwa 500.000 Christen, von denen sich 25.000 im Libanon aufhalten. In den vergangenen Tagen so P. Kouseiffi „hat auch die Kältewelle zu einer Zuspitzung der Lage beigetragen: wir befinden uns in einer humanitären Notlage.“. (PA) (Fidesdienst, 10/01/2013)


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