ASIEN/SYRIEN - Chaldäischer Bischof von Aleppo: Der Konflikt hat die Stadt entstellt

Montag, 26 November 2012

Aleppo (Fidesdienst) – In den vergangenen Tagen scheint der Waffenlärm, der auch im Zentrum von Aleppo zu hören war, nachgelassen zu haben. In dieser Phase des Stillstands werden die verheerenden Auswirkungen des Konflikts auf das Leben dieser bislang blühenden und international geprägten Stadt im Nahen Osten besonders deutlich. „Hier ist nunmehr alles von einem Sinn des Ruins und des Verfalls umgeben“, so der chaldäische Bischof von Aleppo, Antoine Audo im Gespräch mit dem Fidesdienst.
Bischof Audo ist Vorsitzender von Caritas Syrien und sieht sich täglich mit dem Ausmaß der Auswirkungen des lang anhaltenden Konflikts auf den Alltag der Menschen konfrontiert. „In Aleppo und Umbebung gibt es Tausende Binnenflüchtlinge, die in Schulen und provisorischen Unterkünften untergebracht wurden. Rund 5.000 Flüchtlinge schlafen zum Beispiel im Freien auf dem Gelände der Universität“, so der Bischof zum Fidesdienst, „Doch die Menschen haben die Arbeit verloren und sind arm geworden. Dies gilt auch für diejenigen, die noch in ihren eigenen Wohnungen leben. Die Industrieanlegen in der Umgebung wurden bombardiert und geplündert. Seit Wochen wird der Abfall nicht mehr entsorgt und auf den Straßen ist die Luft verpestet“.
In den fünf Caritasstellen der Stadt werden 2.400 Familien direkt mit Medikamenten, Kleidern und Lebensmitteln versorgt. In den vergangenen Tagen traf Bischof Audo die Priester und freiwilligen Mitarbeiter der Caritas zu einer Besprechung der Projektplanung für die bevorstehenden Wintermonate. In der Stadt, die 2006 mit dem Titel „Kulturhauptstadt der muslimischen Welt“ ausgezeichnet worden war, hat der Konflikt auch der Angst vor Kälte, Hunger und Krankheiten den Weg geebnet. (GV) (Fidesdienst, 26/11/2012)


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