ASIEN/INDIEN - „Blutendes“ Kreuz: Erzdiözese Bombay äußert sich vorsichtig

Montag, 5 November 2012

Mumbai (Fidesdienst) – „Die katholische Kirche hat nie bestätigt, dass es sich bei den Blutstropfen, die auf dem Kreuz in Irla gefunden wurden, um ein Wunder handelt. In solchen Fällen ist die Kirche sehr vorsichtig. Jedes außergewöhnliche Vorkommen wird sorgfältig untersucht und es werden Experten befragt und Normen respektiert, bevor man eine Beurteilung ausspricht“, heißt es in einer offiziellen Verlautbarung der Erzdiözese Bombay zu einem bereits als „übernatürlich“ bezeichneten Phänomen, das in der christlichen Gemeinde und in der zivilen Gesellschaft für Aufsehen sorgt.
Gläubige hatten auf einem Kreuz in einer Kirche in Irla am Stadtrand von Bombay Wasser- und Blutstropfen gesehen. Das Bekanntwerden des angeblich „übernatürliche Phänomen“ führte dazu, dass Menschenmengen, Medien und Meinungsmacher sich für das Vorkommnis interessierten. Der atheistische Intellektuelle Sanal Edamaruku äußerte sich zum Beispiel beleidigend: „Es besteht der konkrete Verdacht, dass christliche Gläubige die Christusstatue angebohrt hat, denn der christliche Klerus sorgt immer wieder für Wunder, um damit Geld für den Bau größerer Kirchen zu sammeln“.
Im Zusammenhang mit dieser und ähnlichen Aussagen erstatteten verschiedene katholische Bewegungen, darunter das „Catholic Secular Forum“, die „Association of concerned Catholics“ und das „Maharashtra Christian Youth Forum“ offiziell Anzeige gegen den Intellektuellen bei der Polizei, wegen Diffamierung der katholischen Kirche und Blasphemie.
Der Erzbischof von Bombay, Kardinal Oswald Gracias, erfuhr von dem Vorfall während er sich anlässlich der Bischofssynode in Rom aufhielt. In einer offiziellen Stellungnahme der Erzdiözese betont er: „Bei der Anzeige handelt es sich um eine Initiative von gläubigen, die sich in ihrem Empfinden beleidigt fühlen, und nicht um ein institutionelles Vorgehen der Kirche in Bombay oder der Erzdiözese Bombay. Im Zeichen der Versöhnung appelliert Kardinal Gracias jedoch an Sanal Edamarukun mit der Bitte um „eine Entschuldigung für die Verletzung des Volksempfindens“ und fordert die Christen auf, „eine solche Entschuldigung anzunehmen und die rechtlichen Schritte rückgängig zu machen“. (PA) (Fidesdienst, 05/11/2012)


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