ASIEN/SYRIEN - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke: „Im heftig umkämpften Aleppo ist die Stromversorgung zusammengebrochen: es herrscht eine humanitäre Notlage“

Freitag, 28 September 2012

Aleppo (Fidesdienst) – „Die Atmosphäre ist sehr angespannt. Um 10 Uhr heute morgen drangen bewaffnete Rebellen in das Stadtviertel Sheik Maqsoud in Aleppo, wo viele Kurden und Christen leben. Die Stadt wird heftig umkämpft. Allein im christlichen Viertel Suleimanye gab es 18 Explosionen. Rebellengruppen drangen auch in andere christliche Viertel, darunter Jabrie, ein und das Leben der Menschen, die hier im Kreuzfeuer leben, ist in Gefahr“, so der dramatische Lagebericht des Nationaldirektors der Päpstlichen Missionswerke in Syrien, Pfarrer Jules Baghdassarians.
„Es sterben weiterhin unschuldige Zivilisten“, so der griechisch-katholische Priester, „gestern wurde eine armenische Christen mit ihrer 6jährigen Tochter ermordet, während der Vater schwerverletzt im Krankenhaus liegt. In den vergangenen Tagen gab es 15 Todesopfer allein in unserer griechisch-katholischen Gemeinde. Seit zwei Tagen ist die Stromversorgung unterbrochen: dies ist eine Folge der heftigen Gefechte. Bewaffnete Gruppen belagern auch Wohnhäuser, in denen Zivilsten leben: die Menschen sind verängstigt“, so der Priester weiter.
„Es herrscht eine humanitäre Notlage“, beklagt der katholische Geistliche, „Tausende Flüchtlinge leben in Schulen und werden dort von christlichen Priestern der verschiedenen Konfessionen betreut, die sie auch mit Lebensmitteln versorgen. Viele Christen leisten humanitäre Hilfe und versorgen dabei auch muslimische Flüchtlingsfamilien“.
Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke appelliert eindringlich an das Gewissen der Weltgemeinschaft: „Stoppt diesen Krieg, stoppt den Waffenhandel, schenkt uns den Frieden. Wie auch der Papst gesagt hat: der einzige Weg, der Syrien aus diesem Blutbad herausführt, ist die Aussöhnung“. (PA) (Fidesdienst, 28/09/2012)


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