AMERIKA/BOLIVIEN - Erklärung der Bischöfe: „Die Instrumentalisierung der Justiz führt zur Zerstörung der demokratischen Basis unseres Zusammenlebens“

Dienstag, 18 September 2012

La Paz (Fidesdienst) – Die Bolivische Bischofskonferenz veröffentlichte am gestrigen 17. September zum Abschluss der Tagung ihres Ständigen Rates eine Erklärung zum Thema „Caridad y Verdad“. Das Dokument befasst sich insbesondere auch mit der bevorstehenden Volkszählung 2012 und den Themen Menschenrechte und Justiz.
Im Hinblick auf die bevorstehende Volkszählung fordern die Bischöfe die Bürger zur Teilnahme auf. „Die Volkszählung sollte alle Aspekte des gesellschaftlichen Lebens in Betracht ziehen, einschließlich der religiösen und kulturellen Identität der Menschen“, betonten die Bischöfe ein weiteres Mal. Die religiöse Dimension dürfe auch in einem säkularen Staat nicht vernachlässigt werden (vgl. Fidesdienst vom 17/09/2012).
Im Hinblick auf die Themen Menschenrechte und Justiz erinnert der Ständige Rat an eine entsprechender Erklärung der Bischofskonferenz vom März 2011: „In unsrem Land arbeitet die Justiz sehr langsam… dies führt zu einem Klima der Unsicherheit“, beklagten die Bischöfe damals. Die Situation habe sich seither zugespitzt, so der Ständige Rat. „Viele Menschen, die sich in Haft befinden, ausgewiesen wurden oder sich als politische Flüchtlinge im Land aufhalten, leiden darunter, dass es keine Garantien für einen gerechten Prozess gibt“, betonten die Bischöfe, „Es ist dringen notwendig, dass die Justiz frei von Bindungen wirtschaftlicher, sozialer und politischer Art arbeitet und gerechte Prozesse garantiert, die auf der Suche nach Wahrheit basieren.“ „Es sollte Gesten der Aussöhnung geben, wie zum Beispiel Gnadenerlasse oder Amnesty damit ein Klima des Friedens im Land entsteht“, so die Bischöfe, die abschließend warnen:„.Die Instrumentalisierung der Justiz führt zur Zerstörung der Basis unseres demokratischen Zusammenlebens.“ Das Dokument ist vom Generalsekretär der Bischofskonferenz, Bischof Oscar Aparicio, unterzeichnet. (CE) (Fidesdienst, 18/09/2012)


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