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Africa

2003-07-01

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - KRISE ODER ZUFÄLLIGER ZWISCHENFALL? DIESE FRAGE STELLT MAN SICH NACH DER UNTERBRECHUNG DER WAFFENABGABE SEITENS DER REBELLEN

Abidjan (Fidesdienst) – „Wir hoffen, dass es sich nur um einen zufälligen Zwischenfall auf dem Weg zum Frieden handelt“, erklären Beobachter in Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste) gegenüber dem Fidesdienst in einem Kommentar zum Beschluss der Rebellen, die Waffenabgabe zu unterbrechen. Die drei Rebellenbewegungen MPCI, MPIGP und MPJ, die sich unter dem Namen Forces Nouvelles zusammenschließen, riefen in den von ihnen kontrollierten Gebieten auch den Notstand aus.
„Der Weg der Versöhnung ist mit Sicherheit noch lang“, so der Beobachter weiter. „Die Rebellen könnten mit dieser Geste Druck auf die Regierung ausüben und versuchen ihre Forderungen am Verhandlungstisch durchzubringen. Auf jeden Fall darf der Zwischenfall, der diese Reaktion der Rebellen hervorgerufen hat, nicht unterbewertet werden“, betont der Beobachter. Am Freitag, den 27. Juni, wurde der Kommunikationsminister der Regierung der Nationalen Einheit und politische Sekretär der MPCI, Guillame Soro, bei einem Besuch beim staatlichen Fernsehsender von rund 100 Menschen überfallen. Der Minister wurde mehrere Stunden im Krankenzimmer des Fernsehsenders festgehalten.
„Was uns hoffen lässt“, so der Beobachter, „ist der Druck, den die internationale Staatengemeinschaft auf die beteiligten Parteien ausübt. Seit kurzem hält sich eine Delegation des Weltsicherheitsrats der Vereinten Nationen im Länd auf und rund 150 Experten der Vereinten Nationen sind damit beauftragt, die Regierung der Nationalen Einheit bei der Entwaffnung und der Vorbereitung von Neuwahlen zu unterstützen.“
„Zu der Krise ist es paradoxerweise zu einem Zeitpunkt gekommen, zu dem es im Westen des Landes, wo die Situation am wenigsten stabil ist, Regierung und Rebellen versuchen vor allem durch die Entwaffnung von Banden aus dem benachbarten Liberia den Frieden herbeizuführen. Diese bewaffneten Banden hatten vor allem Übergriffe auf Zivilisten verübt. Im Westen haben die Missionen angesichts des Waffenstillstands, der seit zwei Monaten eingehalten wurde, damit begonnen die durch den Krieg beschädigten kirchlichen Einrichtungen zu reparieren“, so der Beobachter.
„Zwischen der Krise in Liberia und in Cote d’Ivoire bestehen immer mehr Zusammenhänge“, erklärt der Beobachtern, „vor allem auch weil zahlreiche Flüchtlinge aus Liberia nach Cote d’Ivoire kommen. Leider gerieten diese liberianischen Flüchtlinge durch das Vorgehen bewaffneter Banden aus Liberia in ein schlechtes Licht“. (LM) (Fidesdienst 1/7/2003 – 33 Zeilen, 356 Worte)

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