AMERIKA/EL SALVADOR - Zwanzig Jahre nach den historischen Friedensvereinbarungen fordert die Kirche einen neuen „Sozialpakt“

Mittwoch, 4 Januar 2012

San Salvador (Fidesdienst) – Die Bilanz sei nach 20 Jahren zwar positiv, doch heute sei „mehr Engagement“ notwendig, so Erzbischof José Luis Escobar von San Salvador, wenige Tage vor dem 20. Jahrstag der historischen Friedensvereinbarungen, die am 16. Januar 1992 in Chapultepec (Mexiko) unterzeichnet wurden. Mit den Friedensvereinbarungen wurde ein 12jähriger Bürgerkrieg beendet.
In einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, betont der Erzbischof von San Salvador: „Als Kirche haben wir die Friedensvereinbarungen stets gewürdigt. Sie wurden größtenteils umgesetzt und die Bilanz ist positiv. Es ist wichtig, dass wir nicht wieder zum Krieg zurückgekehrt sind und allein deshalb verdient das Land die Anerkennung der ganzen Welt, auch wenn es im Land heute eine neue Phase der Gewalt gibt“.
In diesem Zusammenhang fordert die Kirche heute einen neuen „Sozialpakt“ (vgl. Fidesdienst vom 12/12/2011) zur Bekämpfung von Gewalt und Armut in El Salvador. „Wir dürfen nicht denken, dass alles in Ordnung ist“, so der Erzbischof, „Wenn wir eine Bilanz ziehen, dann können wir sagen, dass Fortschritte gemacht wurden, aber wir müssen auch gestehen, dass es bedauerlicher Weise viele Armut und Gewalt gibt. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch heute viele Menschen Opfer der Gewalt werden. Dies ist ein Problem, das wir lösen müssen“.
Abschließend betont der Erzbischof von San Salvador: „Die Feiern zum 20jährigen Jubiläum der Friedensvereinbarungen landen uns dazu ein über die Achtung des Friedens nachzudenken. Doch es besteht auch heute noch eine Schuld gegenüber der Gesellschaft, denn so lange die Situation nicht ganz gelöst ist, wird es in der Gesellschaft auch nicht überall Frieden geben“. (CE) (Fidesdienst, 04/01/2012)


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