AFRIKA/SENEGAL - Casamance-Konflikt und Drogengeschäfte

Donnerstag, 15 Dezember 2011

Dakar (Fidesdienst) – In der sambischen Region Casamance an der Grenze zwischen Gambia und Guinea Bissau, die seit 1982 Schauplatz eines Unabhängigkeitkonflikts ist, wächst die Spannung. Am 13. Dezember überfiel eine bewaffnete Gruppe das Dorf Kabemum: bei dem Übergriff kamen mehrere Menschen ums Leben. Die Unabhängigkeitsbewegung MFDC hat sich in verschiedene bewaffnete Gruppen gespaltet, die sich heute vielmehr bewaffneten Überfällen als dem Unabhängigkeitskampf widmen-
„In Casamance sind verschiedenen bewaffnete Gruppen aktiv“, so der italienische Pater Giuseppe Giordano von den Oblaten von der Makellosen Jungfrau Maria (OMI), der seit Jahren im Senegal tätig ist, zum Fidesdienst. „Die Zusammenstöße der vergangenen Tage fanden in der Nähe der Grenze zu Gambia statt, aber es gibt dort Phänomene des Banditentums auch an der Grenze zu Guinea Bissau. In solchen Fällen ist nicht auszuschließen, dass es sich um Banditen aus diesem Land handelt, wo unter anderem Soldaten schlecht bezahlt werden und nicht zum ersten Mal Überfälle verüben“.
Zu möglichen Zusammenhängen mit dem Transit von Drogen aus Lateinamerika durch Westafrika auf dem Weg nach Europa, sagt der Missionar: „Es ist nicht auszuschließen. Mit Sicherheit kommen Drogen aus Lateinamerika nach Guinea Bissau, insbesondere die Inseln. Von Guinea Bissau aus ist es doch nicht einfach, sie nach Europa weiterzuleiten, das das Land schlecht mit dem Rest der Welt verbunden ist. Die einzige Verbindung nach Europa sind zum Beispiel zwei Flüge pro Woche nach Portugal.“
„Deshalb“, so P. Giordano abschließend, „würde vielleicht eine Destabilisierung der Region an der Grenze zwischen Senegal und Guinea Bissau den Kokaintransit erleichtern, der über senegalesisches Staatsgebiet nach Dakar stattfinden könnte, von wo aus es Flüge in alle Teile der Welt gibt: nach ganz Afrika, Europa und Nordamerika. Darüber spricht man in Senegal seit langem, doch es ist nicht leicht zu verstehen, wie die Dinge tatsächlich stehen.“ (LM) (Fidesdienst, 15/12/2011)


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