AFRIKA/TUNESIEN - Erzbischof von Tunis vor der Wahl: „Ich bin zuversichtlich, was die Zukunft Tunesiens anbelangt“

Samstag, 22 Oktober 2011

Tunis (Fidesdienst) – „Die Situation ist wirklich ruhig. Gestern Abend ging die Wahlkampagne ohne besondere Zwischenfälle zu Ende und nun warten wir auf den Wahlsonntat“, so Erzbischof Maroun Elias Lahham von Tunis am Vorabend der ersten freien Wahlen in Tunesien. Am 23. Oktober sollen aus 11.000 Kandidaten 218 Abgeordnete für die Verfassungsgebende Versammlung gewählt werden. Rund 7,5 Millionen tunesische Bürger sind wahlberechtigt.
Nach dem Sturz des Regimes unter Ben Ali sind viele Parteien entstanden. Im Hinblick auf eine mögliche Desorientierung unter den Wählern sagt der Erzbischof: „Es gibt rund 120 tunesische Parteien, von denen 110 an der Wahl teilnehmen. Dies wird mit Sicherheit zu einer gewissen Desorientierung unter den Wählern führen, insbesondere angesichts der Tatasche, dass dies in Tunesien die ersten freien Wahlen sind. Die Menschen sind nicht an Wahlkampagnen gewöhnt. Zudem machten alle Parteien ähnliche Wahlversprechen. Es herrscht viel Begeisterung aber auch Unsicherheit.
Abschließend fügt der Erzbischof von Tunis hinzu: „Tunesien ist auf jedem Fall auf dem richtigen Weg zur Demokratie. Dabei wird es sich um eine Demokratie nach tunesischem Modell handeln. Es gibt keine Standardmodelle, die für alle Länder gelten. Jedes Land entwickelt ein eigenes Modell, je nach den eigenen sozialen und kulturellen Voraussetzungen. Ich bin zuversichtlich, was die Zukunft Tunesiens anbelangt.“ (LM) (Fidesdienst, 22/10/2011)


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