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Africa

2011-08-26

AFRIKA/REPUBLIK KONGO - Die meisten Frauen aus indigenen Völkern entbinden ohne medinzinische Begleitung

Brazzaville (Fidesdienst) – Während insgesamt rund 80% der kongolesischen Frauen in den Gesundheitseinrichtungen des Landes entbindet, hat weniger als ein Viertel der Frauen aus indigenen Stämmen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt Zugang zu medinzinischer Betreuung. Wie der Nachrichtendienst „Inter Press News Service“ mitteilt, betrug die Zahl der Mitglieder indigener Völker im Kongo im Jahr 2007 rund 43.000 Personen, damit weniger als 2% der Gesamtbevölkerung von insgesamt 3,7 Millionen Einwohnern. Zum Schutz der Rechte dieser Menschen wurde im Februar 2010 ein Gesetz verabschidet, dessen erster Artikel die Beizeichnung „Pigmäen“ verbietet, wenn es um Mitglieder indigener Stämme geht. Im Artikel 22 des Gesetzes wird auch der „unterschiedslose“ Zugang zu sanitären Dienstleistungen garantiert. Nach Angaben des United Nations Population Fund (UNFPA) lassen sich weniger als 20% der Frauen aus indigenenen Völkern während der Schwangerschaft ärztlich untersuchen. Wie aus einem Bericht hervorgeht, der zwischen Arpil und Mai 2011 erstellt wurde, hat die kongolesische Gesundheitsorganistion „Cuvette-Ouest“ mit Sitz in Mbomo im Norden des Landes festgestellt, dass von 520 Frauen im gebärfähigen Alter nur 8 in einer Gesundheitseinrichtung entbinden. In der Gemeinschaft ist es üblich, dass man sich selbst versorgt und dieser Brauch ist auch heute noch weit verbreitet. Wie einheimische Quellen berichten, werden in Paris, einem Dorf rund 60 Kilometer von Ouesso entfernt, jeden Monat 5 bis 6 Frauen bei der Geburt von einer Hebamme begleitet. Damit diese Frauen künftig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen können, werden in zwei der zwölf Distrikte des Landes, in Lékoumou im Süden und in Sangha im Norden, kostenlose medizinische Dienste zur Verfügung gestellt. Die Initiative wird vom UNFPA unterstützt, der „Versorgungsboxen“ für schwangere Frauen aus indigenen Völkern zur Verfügung stellt. (AP) (Fidesdienst, 26/08/2011)

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