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Africa

2004-07-27

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - „Für ein Eingreifen im Osten Kongos stehen Söldner bereit“, so Beobachter aus Bukavu im Gespräch mit dem Fidesdienst

Bukavu (Fidesdienst) - „Bisher herrscht Ruhe, doch wie lange wird sie dauern?“, fragen sich Beobachter aus Bukavu, der Hauptstadt der Region Südkivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo im Gespräch mit dem Fidesdienst. „Es gibt immer wieder Gerüchte über Gefechte entlang der Straße nach Goma in der Region Nordkivu“, so der Beobachter. In Goma halten sich die so genannten „Hardliner“ der RCD-Goma (Kongolesische Union für Demokratie), deren Bewegung größtenteils aus Banyamulenge besteht, bei denen es sich um aus Ruanda stammende Tutsi handelt, die seit Jahrzehnten in Nord- und Südkivu ansässig sind.
Die RCD-Goma hatte sich bereit erklärt, den Friedensprozess und die nationale Einheit zu unterstützen: Soldaten aus den Reihen der Rebellenbewegung sollten in die neue einheitliche kongolesische Armee eingegliedert werden, die aus der Fusion verschiedener bewaffneter Gruppen entstanden war, die sich im Bürgerkrieg von 1998 bis 2003 bekämpft hatten; Vertreter der Rebellenbewegung sind Mitglieder der Übergangsregierung und des Übergangsparlaments. In den Reihen der Bewegung gibt es jedoch Extremisten, deren Vorgehen den Frieden gefährden könnte.
„Wenn die Vermittlungsbemühungen scheitern, dann wird man voraussichtlich wieder zu den Waffen greifen“, so der Beobachter. Aus Angst vor neuer Gewalt sollen unterdessen nach Angaben der internationalen Presse bereit tausende Zivilisten die Region um Goma verlassen und im benachbarten Ruanda oder in anderen Teilen des Kongo Zuflucht gesucht haben. „Wir wissen, dass Söldner aus Südafrika bereit stehen, die die RCD eventuell unterstützen könnten“, so der Beobachter. „Es scheint, als ob alle Parteien sich auf den Krieg vorbereiten für den Fall, dass die Vereinbarungen von 2003 nicht eingehalten werden, die freie Wahlen für das Jahr 2005 vorsehen. Die internationale Gemeinschaft sollte deshalb die Lage aufmerksam verfolgen, damit es nicht zu einem neuen Krieg im Kongo kommt“, so der Beobachter abschließend. (LM) (Fidesdienst, 27/7/2004 - 25 Zeilen, 300 Worte)

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