http://www.fides.org

Europa

2003-06-17

EUROPA/ITALIEN - FRIEDEN UND DIALOG DURCH EVANGELISIERUNG UNTERWEGS AUF DER SEITE DER MENSCHEN: PROGRAMM DER FRANZISKANER IM DRITTEN JAHRTAUSEND

Rom (Fidesdienst) – Engagement für die Überwindung der Kluft zwischen Reichen und Armen; Engagement für Frieden Gerechtigkeit und Vergebung im Kontext von Konflikten; Bekämpfung des Fundamentalismus in all seinen Formen durch den Dialog; als „Mönche des Volkes“ den Menschen nahe stehen; Verkündigung des Friedens und des und der Frohbotschaft unter Armen und Not leidenden: dies sind die Herausforderungen, wie sie der am 5. Juni 2003 in dieses Amt gewählte neue Generalminister des Ordens der Franziskaner Minderbrüder, bei den Arbeiten des Generalkapitels vorstellt.
Zur Zukunft des Ordens im dritten Jahrtausend äußerte sich auch der bisherige Generalminister Pater Giacomo Bini: „Damit wir dem Charisma des armen Mönchs, wie vom Papst erbeten, treu bleiben können, müssen wir die uns eigene Methode der Evangelisierung unterwegs neu entdecken, und uns dabei nicht nur auf die seelsorgerische Betreuung der Pfarreien beschränken. Wir müssen das Charisma des heiligen Franz von Assisi in der heutigen Zeit neu erfinden und dabei mit Leidenschaft und Kreativität vorgehen. Der heilig Franz von Assisi lebten mitten unter den Menschen“.
Der Orden der Franziskaner Minderbrüder hat heute 16.000 Mitglieder in 100 verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt. „Das Zusammentreffen mit örtlichen Gegebenheiten schafft unterschiedliche Möglichkeiten des Lebens und der Präsenz nach dem Prinzip der Inkulturation: wir müssen das Evangelium im historischen und kulturellen Umfeld, in dem wir leben, umsetzen“, so der Generalvikar des Ordens Pater Antonio Franjic.
Besonders schwierig gestaltet sich die Arbeit der Mönche in Indonesien, einem Land mit großer muslimischer Mehrheit: „Es gibt keine großen Schwierigkeiten in den Beziehungen zu den Muslimen, so Provinzial des Ordens in Indonesien, Pater Paskalis Bruno Syukur, im Gespräch mit dem Fidesdienst. „Probleme entstehen vielmehr dort, wo einzelne extremistische Gruppen agieren, denn im Allgemeinen teilen wir mit den verschiedenen muslimischen Gruppen das Ideal des harmonischen Zusammenlebens. Wir haben gute Beziehungen zu den muslimischen Jugendorganisationen: das gegenseitige Kennen lernen hilft dabei, Vorurteile zu überwinden und Frieden zu schaffen. In seinem solchen Umfeld als Franziskaner zu leben und zu arbeiten bedeutet mit Menschen, die einer anderen Religion und Rasse angehören und anderen Meinungen vertreten, brüderlich zusammen zu leben. Das brüderliche Zusammenleben kann auch für Indonesien als Land an sich von Vorteil sein: dieses Land besteht aus insgesamt 13.000 verschiedenen Inseln.“ In Indonesien gibt es viel Konfliktgebiete, zu denen auch Aceh in Nordsumatra gehört, wo nach Angaben von Pater Syukur, „Fragen der Gerechtigkeit und der wirtschaftlichen Krise ein Problem darstellen, nachdem die potentiellen Ressourcen der Region zu lange ohne Profit für die Einheimischen ausgebeutet wurden“. „Die Regierung hat die Aufgabe die Einheit des Landes zu schützen, doch sie sollte dazu gewaltlos vorgehen und versuchen gute Beziehungen zur einheimischen Bevölkerung entstehen zu lassen“. In Indonesien sind insgesamt 132 Franziskanermönche auf den Inseln Java, Flores, Sumatra und Papua tätig, wo sie sich vor allem im Bildungs- und Sozialwesen engagieren.
Auch in Afrika und insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo versuchen die Franziskaner Friedensarbeit zu leisten. Der dortige Provinzial des Ordens, Pater Ghislain Ndondji Tshihwisa Adidem, erklärt gegenüber dem Fidesdienst: „Die Verkündigung geschieht vor allem durch unsere Präsenz als Männer des Friedens. Die Mönche tragen selbst am eigenen Körper und in ihren Herzen die Wunden der Gewalt, doch sie bleiben trotzdem bei den Menschen und teilen mit ihnen ihre tägliche Not. Allein ihre Anwesenheit ist ein Zeichen und eine Botschaft des Friedens“. Nach angaben von Pater Ndondji wird der Orden in nächster Zukunft eine Gemeinschaft im gemarterten Ituri-Distrikt im Osten des Landes eröffnen.
Informationen zu den Kapitelarbeiten und zum Franziskanorden sind zugänglich unter www.ofm.org.. Die Internetseiten betreut P. John Abela. Während der drei Wochen der Kapitelarbeiten wurde die Website von über 2.900.000 Nutzern besucht mit einem Tagesdurchschnitt von etwa 60.000 Nutzern.
(PA) (Fidesdienst 17/6/2003 – 53 Zeilen, 614 Worte)

Teilen: Facebook Twitter Google Blogger Altri Social Network