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Wissenschaft und Medizin

2004-06-21

EUROPA/ITALIEN - Auf der ganzen Welt gibt es Menschen, die hungern: Rund ein Drittel der Weltbevölkerung ist unzureichend ernährt und über 600 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Trinkwasser

Rom (Fidesdienst) - Armut bedeutet Hunger. Weltweit sind insgesamt über 1,3 Milliarden Menschen (rund ein Drittel der Weltbevölkerung) unterernährt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernähren darunter mindestens 500 Millionen Menschen von weniger als 1.500 Kalorien pro Tag, was bedeutet, dass sie Hunger leiden. Nach Schätzungen leben in den Entwicklungsländern 80% der Weltbevölkerung in äußerster Armut.
Der Lebensmittelbedarf wird im allgemeinen in Kalorien errechnet und ändert sich je nach Alter, Gewicht, Geschlecht, Gesundheit, Arbeit, Klima, Stoffwechsel und Ernährungsgewohnheiten. Im Normalfall sollten jedoch täglich durchschnittlich rund 2.000 Kalorien aufgenommen werden.
Folgen des Hungers sind Gewichtsverlust, Apathie, Muskelschwäche, Depression, Schwächung der Abwehrkräfte, vorzeitiges Altern. Vor allem bei Kindern ist die Sterblichkeitsrate sehr hoch: bei ihnen treten bei extremer Unterernährung Symptome wie aufgeblähter Bauch, magere Gestalt, Apathie auf. Sie erkranken besonders häufig Parasitenbefall und Infektionskrankheiten und dies nicht nur infolge der Unterernährung sondern auch aus mangelnder Hygiene (verschmutztes Wasser, fehlende Abwasserkanalisation, usw.). Wie aus Untersuchungen des Kinderhilfswerks UNICEF hervorgeht ist die Haupttodesursache bei Kindern unter 5 Jahren das Austrocknen infolge von Durchfallerkrankungen nach einer Darminfektion.
Der Grund dafür, dass Menschen weltweit Hunger leiden ist nicht so sehr die unzureichende Lebensmittelproduktion sondern vielmehr die Tatsache, dass viele arme Menschen sich den Kauf von Lebensmitteln nicht leisten können. In den Industrieländern geben die Menschen rund 20-25% des Familieneinkommens für Lebensmittel aus, während in armen Ländern rund 80% des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben werden. Zwischen 1970 und 1983 ist die Lebensmittelproduktion (Getreide, Gemüse, Fleisch, usw.) insgesamt um 47% gestiegen. Die Bevölkerungszunahme betrug weltweit im Jahresdurchschnitt 1,9%. In den Ländern der so genannten Dritten Welt lag das Bevölkerungswachstum im Durchschnitt bei 2,5%.
Auch die Trinkwasserversorgung ist ein Problem, das nicht unterbewertet werden darf. Wie aus jüngsten Studien hervorgeht, haben in Afrika rund 75% der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten keinen Zugang zu Trinkwasser; in Lateinamerika liegt der Anteil bei 77%, im Nahen Osten bei 70%. Insgesamt haben weltweit rund 600 Millionen Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser. (AP) (Fidesdienst, 21/6/2004 - 36 Zeilen, 345 Worte)

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