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Africa

2004-06-11

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - „Endlich gibt es auch gemäßigte Stimmen unter den Rebellen, die unsere Stadt belagert haben“, so Beobachter aus dem ostkongolesischen Bukavu

Bukavu (Fidesdienst) - „Die Situation hat sich beruhigt. Wir haben zwar von dem versuchten Staatsstreich in Kinshasa erfahren, der jedoch hier keine Auswirkungen gezeigt hat“, so Beobachter aus Bukavu, der Hauptstadt der ostkongolesischen Kivu-Region, die Anfang Juni von Rebellen der RCD-Goma (Kongolesische Union für die Demokratie) belagert worden war. „Nach dem Rückzug der Guerillaeinheiten befindet sich die Stadt wieder unter Kontrolle der Soldaten der regulären Streitkräfte. Unterdessen konnte auch der neue Gouverneur von Kinshasa seinen Amtsitz hier in Bukavu beziehen“, so die Beobachter. „Seit heute Morgen finden Gespräche über die Rückkehr zur Normalität statt“.
Unterdessen kommt es in den Reihen der RCD-Goma zunehmend zu einer Polarisierung. Die Milizionäre sind größtenteils aus Ruanda stammende Tutsi, die seit Jahrzehnten im Osten der Demokratischen Republik Kongo leben. „Die Rebellen werden seit ihrem Rückzug aus Bukavu von den Truppen unter Masunzu von weiteren Vorstößen abgehalten. Masunzu gehört dem moderaten Flügel der Banyamulenge an, die den Friedensprozess nicht beeinträchtigen wollen“, so die Beobachter zum Fidesdienst. „Die Rebellen wollten ursprünglich in ihre Basisquartiere vor der Stadt zurückkehren, wurden jedoch an der ruandischen Grenze aufgehalten.“
In einer Verlautbarung einer Gruppe, die sich selbst als „Shikama/Banyamulenge“ bezeichnet, werden die Rebellenführer Mutebesi und Nkunda beschuldigt, eine Destabilisierung der Lage im Kongo herbeiführen zu wollen. Die Verfasser der Verlautbarung fordern den stellvertretenden Präsidenten Azarias Ruberwa (der als höchster Vertreter der RCD Mitglied der Regierung der Nationalen Einheit ist) auf, „die Feinde der Republik, d.h. Ruanda, öffentlich zu verurteilen“ und drohten mit einer Rücktrittsforderung, falls er dies nicht tun sollte.
„Endlich gibt es auch gemäßigte Stimmen unter den Rebellen“, so die Beobachter. „Leider kennen wir bisher nur ihren Namen und nicht die dazugehörigen Gesichter. Dies ist jedoch trotzdem als positives Zeichen für die Einheit und den Frieden im Land zu bewerten“. (LM) (Fidesdienst, 11/6/2004 - 27 Zeilen, 309 Worte)

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