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Africa

2004-06-01

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - „Die Guerillaeinheiten, die die Stadt belagern, sind gespalten“, berichten Beobachter aus Bukavu im Ostkongo

Bukavu (Fidesdienst) - „Innerhalb der RCD-Goma (Kongolesische Union für die Demokratie, eine mit Ruanda verbündete kongolesische Guerillabewegung) entstehen zwei verschiedene Fraktionen, zum einen ein extremistischer und zum anderen ein moderater Flügel“, berichten Beobachter aus Bukavu in der im Osten der Demokratischen Republik gelegenen Region Kivu. Seit Mittwoch, den 26. Mai ist Bukavu erneut Schauplatz zwischen regierungstreuen Militäreinheiten und den Rebellen unter Jules Mutebusi. Mutebusi gehörte der RCD-Goma an und sollte entsprechend der Friedensvereinbarungen von 2003 in die vereinten kongolesischen Streitkräfte integriert werden, doch er widersetzte sich schon bald dem von der Zentralregierung in Kinsahsa ernannten Gouverneur.
„Zur Zeit ist die Lage ruhig, doch man kann Truppenbewegungen beobachten, die der Abwehr der Verstärkung aus Goma (nördlich von Bukavu, Sitz der RCD-Goma) dienen sollen“, so die Beobachter. Aus Goma kamen auf dutzenden Transportlastwagen mindestens 1.000 Soldaten der RCD-Goma an, die in der Nähre des Flughafens von Bukavu auf die kongolesischen Regierungssoldaten stießen.
„Einheimische Radiosender berichten von unterschiedlichen Positionen in den Reihen der Guerillabewegung“, so ein Beobachter. „Auf der einen Seite versuchen Extremisten wie Mutebesi mit Gewalt die eigenen Machtposition zu festigen; auf der anderen Seite gibt es eine gemäßigte Fraktion, die den Dialog und friedliche Verhandlungen bevorzugen.“
Die RCD besteht größtenteils aus Banyamulenge, ein Tutsivolk, das seit Jahrzehnten im Kongo lebt. „Die Extremisten in den Reihen der RCD instrumentalisieren den ruandischen Völkermord zur Rechtfertigung ihrer Handlungen. Sie geben vor, die eigene Ethnie vor erneuten Massakern schützen zu wollen. Man sollte jedoch daran erinnern, dass auch im Kongo rund 3 Millionen Menschen bei Massakern starben, was oft vergessen wird. Dies sind dreimal mehr Menschen als beim Völkermord in Ruanda.“, so die Beobachter. „Unterdessen wollen die anderen kongolesischen Bürgerkriegsparteien und die MONUC (UN-Friedenseinheiten im Kongo) die Logik der Ethnien überwinden und das Interesse auf die Achtung der im letzten Jahr unterzeichneten Friedensvereinbarungen lenken.“, so ein Beobachter. (LM) (Fidesdienst, 1/6/2004 - 30 Zeilen, 315 Worte)

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