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Africa

2004-05-28

AFRIKA/SUDAN - Nach der Unterzeichung der Friedensverträge darf die Tragödie in Darfur nicht vergessen werden

Rom (Fidesdienst) - Auch nach der Unterzeichung der Friedensverträge, mit denen der Bürgerkrieg im Südsudan beendet werden soll (vgl. Fidesdienst vom 27. Mai 2004) bleibt der Konflikt in der westsudanesischen Region Darfur weiterhin ungelöst.
In der Region bekämpfen sich Soldaten der Zentralregierung in Khartoum, die von arabischen Milizen unterstützt werden und zwei Guerillabewegungen: die Sudanesische Befreiungsarme (SLA) und die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM). Beide Bewegungen fordern mehr Regierungsinteresse für die Region, die ihrer Ansicht nach von der Zentralregierung in Khartum „ausgegrenzt wurde“. Bei den Gefechten kamen bisher mindestens 20.000 Menschen ums Leben, außerdem haben über eine Million Menschen als Binnenflüchtligen in anderen Landesteilen Zuflucht gesucht und rund 100.000 flüchteten in den benachbarten Tschad.
Der Konflikt in Darfur hat auch zu einer Verschlechterung der Lebensmittelversorgung im Sudan geführt. Wie aus einem gemeinsamen Bericht der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und des Welternährungsprogramms hervorgeht werden rund 3,6 Millionen Menschen im Sudan dieses Jahr internationale Hilfsmittel brauchen. „Der jüngste Konflikt in Darfur hat in den in den bewirtschafteten Gebieten große Schäden verursacht und rund 1,2 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen“, heißt es in dem Papier. Obschon eine relativ gute Ernte erwartet wird, rund 6,3 Millionen Tonnen Getreide (etwa 60% mehr als im Vorjahr), werden weiterhin Millionen Menschen vielleicht nicht ausreichend mit Nahrung versorgt sein.
Bischof Macram Max Gassis von El Obeid fordert bereits im Februar dieses Jahres (vgl. Fidesdienst vom 12. Februar 2004) mehr Bereitschaft zum Dialog: „Ich bitte die Regierung um die Einleitung von Gesprächen zur Beendigung des Krieges in Darfur. Die Regierung darf nicht unschuldige Kinder, Frauen und alte Menschen töten, wenn es darum geht, die Guerillaeinheiten zu bekämpfen. Mit Waffen kann man keine Probleme lösen sondern es werden nur Hass und weitere Gewalt entstehen. Dies sollte die Regierung wissen, da sie sich nach Jahren des Krieges zu Verhandlungen zur Beendigung des Kriegs im Südsudan und in den Nuba-Bergen entschlossen hat. Ich verstehe nicht, weshalb, angesichts eine solchen Vergangenheit, in Darfur weitere Gewalt verübt wird, nachdem sich dies bereits in anderen Regionen des Sudan als Sackgasse erwiesen hat. Die Regierung sollte wie ein Vater handeln, wenn sein Kind Probleme hat und er sich mit ihm hinsetzt und im gemeinsamen Gespräch versucht, diese Probleme zu lösen.“ (LM) (Fidesdienst, 28/5/2004 - 33 Zeilen, 383 Worte)

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