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Africa

2004-03-25

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Mindestens 11 Tote, Protestkundgebung der Opposition vereitelt: entscheidende Momente für das afrikanische Land

Abidjan (Fidesdienst) - „In der Stadt haben alle den Atem angehalten und die wichtigsten Punkte werden mit großem Aufwand bewacht“, so Beobachter aus Kreisen der Ortskirche in Abidjan zum Fidesdienst, wo am heutigen 25. Mär eine Protestkundgebung gegen die Politik von Staatspräsident Laurent Gbagbo stattfinden sollte. „Die Angst wächst von Stunde zu Stunde. Das Land erlebt einen entscheidenden Moment seiner Geschichte“.
Nach einheimischen Presseberichten sollen mindestens 11 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei ums Leben gekommen sein. Die Veranstalter der Protestkundgebung teilen mit, es sei unmöglich gewesen, auf die Straße zu gehen, nachdem die ganze Stadt von der Polizei kontrolliert wurde. „Am Vorabend der Demonstration befürchtete man vielmehr Auseinanderstetzungen zwischen den Anhängern des Präsidenten, die sich in der Bewegung „Junge Patrioten“ zusammenschließen und den Anhängern der Opposition. Weniger Sorge machte man sich Hingegen um das Eingreifen der Polizei“, so die Beobachter.
Zu der Protestkundgebung hatten 7 Oppositionsparteien aufgerufen, die sich aus der Regierung der Nationalen Einheit zurückgezogen hatten. Sie werfen dem Präsidenten vor, die im Januar 2003 unterzeichneten Friedensvereinbarungen nicht einzuhalten, mit denen der Bürgerkrieg beendet wurde, der im September 2002 ausgebrochen war. Die Führungsrolle in der Oppositionskoalition haben die Demokratische Partei Cote d’Ivoire ()PDCI), die aus der ehemaligen Einheitspartei des „Vaters des Vaterlandes“ Felix Houphouet-Boigny hervorgegangen war, und die „Forces Nouvelles“, in der sich verschiedene Rebellenbewegungen zusammenschließen, die seit September 2002 den Norden und den Westen des Landes kontrollieren.
„Hinter diesen Spannungen verbergen sich die Interessen der verschiedenen Parteien mit Blick auf den Wahlkampf für die für 2005 geplanten Wahlen. Auf diese Weise tritt der Friedensprozess in den Hintergrund. Doch so lange das Land nicht wieder vereint ist und die Rebellen ihre Waffen nicht abgeben, sind solche Spannungen im Vorfeld der Wahlen sehr gefährlich“, so die Beobachter zum Fidesdienst. (LM) (Fidesdienst, 25/3/2004 - 33 Zeilen, 307 Worte)

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