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Africa

2008-07-28

AFRIKA/TOGO - Die sozialen Folgen des Drogenhandels in Westafrika: der Fall Togo

Lomé (Fidesdienst) – Togo gehört zu den westafrikanischen Ländern, die vom internationalen Drogenhandel als Transitländer für den Transport von Drogen nach Europa benutzt werden.
Doch Menge der Drogen, die an den afrikanischen Küsten ankommen ist heute so groß, dass auch ein einheimischer Drogenhandel entstanden ist, nicht zuletzt auch weil die Händler die einheimischen Stützpunkte mit Kokain und Cannabis anstelle von Bargeld entlohnen.
Allein in der togolesischen Hauptstadt Lomé gibt es insgesamt 40 so genannte Ghettos, in denen über 3.500 Drogenabhängige leben, die humanitären Hilfswerken gemeldet sind. Das Alter der Drogenabhängigen reicht von 8 bis 40 Jahren, darunter auch viele Ausländer. Innerhalb weniger Jahre stieg die Zahl der Drogenabhängigen rasch an: 2001 waren es noch 2.000, von denen 12 infolge von Drogenkonsum starben, im Jahr 2006 waren es 3.000 mit 68 Toten und 2007 3.575 mit 100 Toten. Auch die Zahl der Schüler, die Drogen nehmen, steigt stetig. Deshalb sehen sich die einheimischen Gesundheitsbehörden heute gezwungen, gegen die Folgen des Drogenkonsums vorzugehen. Rund 42 % der Patienten in psychiatrischer Behandlung leiden unter den Folgen des Drogenmissbrauchs.
Noch vor 5 Jahren war in Togo niemand in den Drogenhandel verwickelt. Heute nimmt die Zahl der Einheimischen zu, die wegen Drogenhandel festgenommen werden. Zum einen in Togo und zum anderen in Europa. In Togo werden auch immer mehr Ausländer festgenommen, die in Drogengeschäfte verwickelt sind.
Nach angeben des Togolesischen Büros für Drogenbekämpfung (CNAD) wurden 2007 allen 584 Drogenhändler festgenommen. In Togo beschlagnahmte Drogen werden verbrannt. 2008 wurden bisher bereits über 253 Kilo Drogen im Wert von rund 23,8 Millionen Dollar beschlagnahmt. Wie das CNAD mitteilt, wurden 2005 insgesamt 1,5 Tonnen Cannabis, 37 kg Heroin und 7 kg Kokain beschlagnahmt; 2006 waren es 425 kg Cannabis und 37 kg Kokain; und 2007 waren es 702 kg Cannabis, 12 kg Heroin und 59 kg Kokain. (LM) (Fidesdienst, 28/07/2008)

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