http://www.fides.org

Africa

2004-02-27

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Wiederholte politische Spannungen und weitere Massaker an Zivilisten. Ist der Frieden immer noch in weiter Ferne?

Kinshasa (Fidesdienst) - In der Demokratischen Republik Kongo bleibt die Lage nach der Festnahme und der darauf folgenden Befreiung des Majors Kassongo von der Rebellenbewegung RCD/Goma weiterhin gespannt. Die RCD/Goma (Rassemblement Congolaise pour la Democratie, Kongolesische Versammlung für Demokratie) gehört zu den Rebellenbewegungen, deren Delegierte als Minister in der Übergangsregierung vertreten sind. Die Verbündeten der RCD/Goma drohen nun mit einem Rückzug aus der Regierung und aus allen Regierungsinstitutionen.
Die Kongolesische Versammlung für Demokratie ist die größte Guerillabewegung im Osten der Demokratischen Republik Kongo und entstand 1998 als Oppositionsbewegung zum damaligen Staatspräsidenten Laurent-Désirée Kabila (dem nach seinem Tod im Jahr 2001 sein Sohn Joseph in diesem Amt nachfolgte. Die Rebellenbewegung spaltete sich später in verschiedene Gruppen, darunter auch die RCD/Goma. Im Juni 2003 wurde auf der Grundlage der im April 2003 in Sun City (Südafrika) unterzeichneten Vereinbarungen in der Demokratischen Republik Kongo eine Regierung der Nationalen Einheit gebildet. Neben dem Staatsoberhaupt Kabila und den meisten politischen Parteien des Landes sind in der Übergangsregierung auch die meisten Rebellenbewegungen vertreten.
Bisher wurde die Arbeit der Regierung jedoch immer wieder durch interne Unstimmigkeiten behindert. Die Festnahme von Major Kassongo war das letzte Zeichen der wachsenden Spannungen zwischen den verschiedenen Komponenten der Regierung.
Unterdessen werden weiterhin unschuldige Zivilisten Opfer von Gewalt. In den Vergangenen zwei Monaten hatten Milizionäre der Mai-Mai über 15.000 Menschen zur Flucht aus dem Dorf Kitenge in der südkongolesischen Provinz Katanga gezwungen. Bei wiederholten Angriffen auf das Dorf waren über 100 Menschen gestorben. Die Mai-Mai-Milizen bekämpfen die Soldaten aus Ruanda, Burundi und Uganda, die den Osten des Landes belagern. Aus den verschiedenen Mai Mai-Einheiten sind im Laufe der Jahre Verbrecherbanden entstanden, die Zivilisten erpressen und auch vor Morden nicht zurückschrecken. (LM) (Fidesdienst, 27/2/2004 - 28 Zeilen, 293 Worte)

Teilen: Facebook Twitter Google Blogger Altri Social Network