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Africa

2004-02-25

AFRIKA/SIERRA LEONE - „Haben wir den Auftrag der Evangelisierung ernst genug genommen?“ fragt der Bischof von Makeni die Christen in seinem jüngsten Hirtenbrief

Makeini (Fidesdienst) - „Das Wachstum der Kirche in Sierra Leone macht die Evangelisierung für uns alle zu einer noch wichtigeren Aufgabe“, so Bischof Giorgio Biguzzi von Makeni in einem am 25. Februar veröffentlichten Hirtenwort zum Thema „Die Kirche zu Beginn des dritten Jahrtausends“ zur Situation der Kirche in Sierra Leone.
Der Bischof ist der Meinung dass, „wir wenn wir auf die Geschichte der Kirche in Sierra Leone zurückblicken viele Gründe haben, Gott zu danken. „Ich möchte nur einige hier aufführen: Wir haben antiken christlichen Ursprung. Der König der Region, wo heute Freetown liegt, wurde von Pater Berreira vor 400 Jahren getauft. Seither ist es einer kleinen Gruppe von Menschen gelungen, trotz des Priestermangels, trotz zahlreicher Krankheiten und vieler anderer Schwierigkeiten, den Glauben in unserem Land lebendig zu erhalten. Die selige Anne Marie Javouhé hat Sierra Leone vor zwei Jahrhunderten besucht. Sie war die erste Missionarin, die in Sierra Leone Zeugnis von der Liebe Christi zu den Armen und vor allem zu den versklavten und ausgegrenzten Mädchen abgelegt hat.“, so der Bischof.
Doch nach Ansicht von Bischof Biguzzi gibt es noch viel zu tun: „In unserer Diözese und im ganzen Land gibt es verschiedenen Gegenden und Volksgruppen, die die Frohbotschaft noch nicht erreicht hat. Es liegt, an uns, die Aufgabe der Evangelisierung zu übernehmen“. In diesem Zusammenhang erinnert er an die Worte von Papst Paul VI., der bereits vor 40 Jahren sagte: „Afrikaner, nun sollt ihr eure eigenen Missionare sein“ und fragt sich dabei: „Haben wir diesen Auftrag ernst genommen. In jeder Pfarrei sollte es einen Ausschuss für die Evangelisierung geben, der die Evangelisierungstätigkeit organisiert und die Gläubigen dazu anregt, die Frohbotschaft zu verkünden. Wir müssen unsere Liebe zu Christus an alle weitergeben“, erklärt der Bischof. „die Pfarrgemeinden müssen dabei Zentren der Ausbildung auf allen Ebenen sein. Dazu sollten die Gemeindepfarrer regelmäßige Katecheseveranstaltungen planen und das Bibelstudium sowie Fortbildungsprogramme fördern.“
„Auch die Inkulturation bleibt weiterhin eine Hersausforderung, die wir nicht ignorieren dürfen und auf die es nicht nur oberflächliche Antworten geben darf“, mahnt der Bischof weiter. „Sie erfordert ein umfassendes Glaubenswissen und ein ernsthaftes Nachdenken über die Kultur. Im Bereich der Liturgie haben wir hier schon bedeutende Fortschritte gemacht.“. „In der Diözese Makeni muss die Kirche den Afrikanern vor allem das afrikanische Gesicht Christi zeigen. Ich möchte unsere afrikanischen Theologen deshalb auffordern, sich weiterhin um angemessene Vorschläge zu bemühen. Dabei bitte ich auch den Lehrkörper unseres Priesterseminars darum, unsere zukünftigen Priester auf die Notwendigkeit der Inkulturation aufmerksam zu machen. Der Respekt für unsere eigene Kultur erfordert von uns, dass wir alles bewahren, was schön ist und was die Menschenwürde und unsere Werte fördert. Was unseren Prinzipien widerspricht sollte nicht übernommen oder unter dem Namen Kultur weitergeführt werden.“
Der Bischof erinnert außerdem daran, dass „wir in einem reichen Land leben, wo die Bevölkerung jedoch trotzdem größtenteils in äußerster Armut lebt. Der Reichtum ist nicht gleichmäßig verteilt sondern er konzentriert sich in den Händen einiger Weniger. Rund 80% der Menschen leben von weniger als 1 Dollar am Tag. Am meisten betroffen sind Kinder und Frauen in den ländlichen Gebieten“. „Als Kirche dürfen wir nicht gleichgültig bleiben. Aus diesem Grund begrüße ich das Entstehen von Kommissionen für Gerechtigkeit und Frieden auf verschiedenen Ebenen und den Einsatz für Arme, Gerechtigkeit und Menschenrechte. Die Armen fordere ich auf, von den Entwicklungsprogrammen der Caritas, der Pfarrgemeinden und der religiösen Organisationen Gebrauch zu machen. (LM) (Fidesdienst, 25/2/2004 - 47 Zeilen, 575 Worte)

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