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Africa

2008-06-12

AFRIKA/DSCHIBUTI - Auseinandersetzungen zwischen einheimischen und eritreischen Soldaten in der Nähe der Meerenge Bab al-Mandeb

Dschibuti (Fidesdienst) – Bei Auseinandersetzungen an der Grenze zwischen Eritrea und Dschibuti starben in den vergangenen Tagen 9 Soldaten aus Dschibuti, 60 weitere wurden verletzt. Es existieren noch keine genauern Angaben zur Zahl der Opfer auf eritreischer Seite. Wie die einheimische Presse berichtet, soll die dschibutische Polizei rund einhundert eritreische Soldaten festgenommen haben.
Zu den ersten Unruhen kam es am 10. Juni in der Region des Bergs Gabla, in der Nähe der Meerenge von Bab al-Mandeb, nachdem an der Grenze zwischen den beiden Ländern bereits Soldaten aus beiden Ländern stationiert waren. Nach Angaben der zuständigen Behörden aus Dschibuti sollen Soldaten aus Eritrea in das Staatsgebiet eingedrungen sein. Dies wird von Eritrea dementiert.
Die dschibutische Armee hat nur 11.000 Soldaten und musste Soldaten in Reserve und pensionierte Polizeibeamte einberufen. Asmara hingegen verfügt über eine 200.000 Mann starke Armee. Viele eritreische Soldaten sind jedoch entlang der Grenze zu Äthiopien stationiert, wo die Lage seit dem Krieg (1998-2000) angespannt ist.
Am 6. Mai hatte der dschibutische Außenminister, Mahmoud Ali Youssouf, in einem Schreiben an Vorsitzende des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen beklagt Eritrea „eine offensichtliche Provokation gegen die Integrität unseres Landes“ vorgeworfen. In seinem Schreiben bat er um die notwendigen Maßnahmen zur Verhinderung eines weiteren Konflikts „in einer Region die durch andauerndes Chaos, Blutvergießen und Zerstörung verwüstet wurde“.
In Dschibuti befindet sich die einzige US-amerikanische Militärbasis in Afrika mit 2.000 Soldaten. Das Land gilt auch als wichtigster Stützpunkt der französischen Militärpräsenz in Afrika. Neben der französischen Luftwaffe und Marine ist in dem kleinen afrikanischen Land eine Brigade der Fremdenlegion stationiert. Dschibuti ist auch der einzige Meereszugang für Äthiopien. (LM) (Fidesdienst 12/06/2008)

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