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Asia

2004-02-13

AFRIKA/SAMBIA - Gewalt, Verschwendung von öffentlichen Mitteln, Mängel im Erziehungswesen, AIDS: Verband der religiösen Frauenorden in Sambia klagt an

Lusaka (Fidesdienst) - „Angesichtes der Tatsache, dass die meisten Ordensschwestern in Sambia unter den ärmsten Teilen der Bevölkerung tätig sind, möchten wir unserer Sorge hinsichtlich der Lebensbedingungen der Ärmsten Ausdruck verleihen“, heißt es in einer Verlautbarung des Verbandes der religiösen Frauenorden in Sambia (Zambia Association of Sisterhoods), in der die Ordensschwestern vor allem über die Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen im Land klagen. Hierzu hatten sich vor kurzem auch die sambischen Bischöfe geäußert.
In der Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, erklärt der Verband der religiösen Frauenorden in Sambia, dass „in den vergangenen Jahren für 80% der Bevölkerung die Lebensbedingungen verschlechtert haben“. Als beklagenswert bezeichnen die Schwestern auch „den Verfall demokratischer Werte in Sambia, wo die Parlamentarier von einer Partei zur anderen wechseln und damit defacto einen Einparteienstaat entstanden ist“. „Gehört das Ideal einer Mehrparteiendemokratie wirklich noch zu den Werten unseres politischen Systems?“, fragen sich die Ordensfrauen.
Ein weiteres großes Problem in Sambia ist nach Ansicht des Verbandes der religiösen Frauenorden die Verschlechterung der Sicherheitslage, angesichts „der wachsenden Zahl von bewaffneten Überfällen, Diebstählen und Raubüberfällen auf unsere Missionsstationen und religiösen Einrichtungen“. „Wenn die Menschen sich im eigenen Land nicht mehr sicher fühlen, dann ist wirklich etwas falsch gelaufen“, betonten die Ordensschwestern.
„Es wurde gesagt, dass sich unserer Wirtschaft in einer Phase des Aufschwungs befindet. Doch infolge unserer Abhängigkeit von ausländischen Hilfen und Investitionen scheinen wir nicht in der Lage zu sein, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Weniger als 13% der erwerbsfähigen Bevölkerung hat ein geregeltes Arbeitsverhältnis“, erklären die Schwestern zur Wirtschaftslage in Sambia. „Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation, geht die Regierung mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht mit der angemessenen Vorsicht um, man braucht nur an die Verschwendung von öffentlichen Mitteln für Reisespesen und den Verkauf von Geschäftsfahrzeugen denken,…“, heißt es n der Verlautbarung.
Die schwierige Wirtschaftslage beeinträchtigt auch den Sozialstaat. „Die verheerende Verschlechterung der Qualität im Erziehungswesen ist besorgniserregend“, so die Schwestern. „Es herrscht großer Lehrermangel und die Klassen sind deshalb vor allem in den ländlichen Gebieten viel zu groß. Dies ist ein sehr ernst zu nehmendes Problem, wobei vor allem auch die schlechten Arbeitsbedingungen der Lehrer eine Rolle spielen“.
Abschließend weisen die Schwestern auch auf das AIDS-Problem hin, „das verheerende Auswirkungen für das Land mit sich bringt“, so die Ordensfrauen. „Dies ist sowohl für das öffentliche Gesundheitswesen als auch für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes eine große Herausforderung“. (LM) (Fidesdienst, 13/2/2004 - Zeilen, Worte)

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