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Asia

2004-02-02

Afrika/Liberia - „Kinder töten Kinder“: Das Drama des liberianischen Bürgerkriegs

Monrovia (Fidesdienst) – „Kinder töten Kinder“, heißt es in einem am 2. Februar veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zum Bürgerkrieg in Liberia. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben während der vergangenen drei Jahre insgesamt 15.000 Kinder im Bürgerkrieg in Liberia gekämpft. Im August 2003 unterzeichneten die Bürgerkriegsfraktionen ein Waffenstillstandsabkommen. Im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens sollen an erster Stelle die bisherigen Milizionäre ihre Waffen abgeben und ihre Rückkehr zum Leben als Zivilisten soll dabei gefördert werden. Dies gilt vor allem auch für die Kindersoldaten. Leider lehrt die jüngste Geschichte Liberias, dass diese Kinder ohne ein entsprechendes Wiedereingliederungsprogramm schon bald wieder zu den Waffen greifen könnten. Wie aus dem Bericht von Human Rights Watch hervorgeht, sollen viele der heutigen Kindersoldaten bereits 1989-1996 gekämpft haben und nur ein Drittel der damaligen Soldaten soll bei der Entwaffnungskampagne 1997 die Waffen abgegeben haben. Viele ehemalige Kindersoldaten kehrten in ihre Heimatdörfer zurück, doch da sie weder eine Schulausbildung noch einen Arbeitsplatz besaßen kehrten sie bei Ausbruch des Kriegs 1999 in die Reihen der Milizen zurück.
Sowohl die Regierungseinheiten als auch die Rebellen der LURD (Vereinigte Liberianer für Versöhnung und Demokratie) und der MODEL (Demokratische Bewegung Liberias) setzten Kindersoldaten in ihren Reihen ein. Nach Angaben von Menschenrechtskämpfern wurden diese Kinder misshandelt und missbraucht und oft unter Drogeneinfluss an die vorderste Front geschickt. Vor allem Mädchen, die ebenfalls als Kindersoldaten kämpfen mussten, wurden auch sexuell missbraucht.
Um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche erneut kämpfen, muss allen Liberianern der Zugang zur Schulbildung garantiert werden. „Viele Kinder, die in Krieg gekämpft haben, würden gerne die Schule besuchen, doch sie haben kein Geld, um für Schulgebühren und andere anfallende Kosten aufzukommen“, heißt es im Bericht von Human Rights Watch. (LM) (Fidesdienst, 2/2/2004 – 27 Zeilen, 287 Worte)

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