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Africa

2003-11-27

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - GROSSE ERWARTUNGN HINSICHTLICH DER BETEILIGUNG DER REBELLEN AN DER REGIERUNG. WICHTIGES TREFFEN ZWISCHEN DEN PRÄSIDENTEN VON BURKINA FASO UND COTE D’IVOIRE

Abidjan (Fidesdienst) – „Es handelt sich um ein bedeutendes Treffen zur Überwindung der Krise in Cote d’Ivoire“, so ein Beobachter aus Kreisen der Ortskirche in Abidjan gegenüber dem Fidesdienst in einem Kommentar zum gestrigen Treffen der Staatsoberhäupter von Burkina Faso (Blaise Compaoré) und Cote d’Ivoire (Laurent Gbagbo). „Obschon nichts über die Inhalte der Gespräche bekannt wurde, bedeutet eine dreistündige Unterhaltung unter vier Augen doch einen Fortschritt in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern“, so der Beobachter. Während der vergangenen Monate waren die Beziehungen zwischen Burkina Faso und Cote d’Ivoire zunehmend angespannt, vor allem weil die Regierung in Abidjan den Verantwortlichen in Ouagadougou vorgeworfen hatte, sie unterstützten die Rebellen im Norden von Cote d’Ivoire an der Grenze zu Burkina. „Die Wiederherstellung eines entspannten Klimas zwischen den beiden Ländern ist auch durch das Bemühen der Mitgliedsstaaten der Wirtschaftsgemeinschaft der Westafrikanischen Staaten (ECOWAS/CEDEAO) ume eine Lösung der Krise in Cote d’Ivoire möglich geworden“, so der Beobachter weiter.
„Ein entscheidender Test für die Wirkkräftigkeit der internationalen Mittelertätigkeit wird die heutige Sitzung der Regierung der Nationalen Einheit sein. Es wird sich zeigen, ob die Minister aus den Reihen der Rebellen, die aus Protest gegen mutmaßliche Verstöße gegen die Friedensvereinbarungen durch Präsident Gbagbo, ihre Tätigkeit in der Regierung eingestellt hatten, nun wieder dabei sein werden“, meint der Beobachter.
„Alle Staats- und Regierungschefs der ECOWAS/CEDEAO betrachten die Rückkehr dieser Minister in die Regierung als Voraussetzung für eine Überwindung des Stillstands in Cote d’Ivoire. Dieses Konzept vertritt auch der Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, der Cote D’Ivoire vor kurzem besuchte.
Die Regierung der Nationalen Einheit unter Leitung des Premierminsiters Sezdou Diarre wurde infolge der Vereinbarungen von Marcoussis (Frankreich) gebildet, die im Januar dieses Jahres unterzeichnet wurden und die im September 2002 ausgebrochenen Gefechte zwischen Regierung und verschiedenen Rebellengruppen beenden sollten. Trotz dieser Vereinbarungen befindet sich die Situation im Land derzeit jedoch weiterhin in einem gefährlichen Stillstand und die Gewalt könnte jederzeit erneut ausbrechen.
Vor zwei Tagen hatte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, auf eine mögliche Rückkehr zur Gewalt hingewiesen. „Abgesehen von den verbalen Ausienandersetzungen zwischen Regierungsstreitkräften und Erbellen, die zu einem Anstieg der Spannung geführt hatten, ist die Situation ganz offensichtlich untragbar und zwar vor allem weil die Menschen in den von denREbellen kontrollierten Gebeien, in denen das normale Wirtschaftssystem zusammengebrochen ist und durch eine Schattenwirtschaft um nicht zu sagen durche ein kriminelles System ersetzt wurde“, so die Beobachter. „Unter diesen Voraussetzungen wartet das Land auf eine Wende, die entweder durch eine Wiederaufnahme der Gespräche oder, Gott bewahre uns davor, durch den Krieg herbeigeführt werden kann“.
(LM) (Fidesdienst, 27/11/2003 – 44 Zeilen, 448 Worte)

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