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Asia

2003-11-24

ASIEN/CHINA TROTZ DES BEMÜHENS DER REGIERUNG MUSS IN CHINA EIN BESORGNISERREGENDER ANSTIEG DER SELBSTMORDE VERZEICHNET WERDEN

Peking (Fidesdienst) - Die Regierung in Peking will im Rahmen eines nationalen Plans den steigenden Selbstmordraten entgegenwirken. Da die Selbstmorde in der vergangenen Zeit in besorgniserregendem Maß zugenommen hatten versucht man nach Lösungen zur Vorbeugung gegen die Verbreitung von Depression zu suchen. Im vergagenen Jahr wurde in Peking ein Aufnahmezentrum für Menschen mit schweren Depressionen eingerichtet, dass Tag und Nacht geöffnet ist. Dort will man vor allem Selbstmordkandidaten helfen. Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE mitteilt, soll die Selbstmordrate in China derzeit bei 280.000 Fällen pro Jahr liegen, über die Hälfte der Selbstmorde sollen von Frauen begangen werden. Erschreckend ist dabei auch die Tatsache, dass die am meisten betroffene Altersgruppe die der 15-35jährigen ist. Besonders weit verbreitet ist das Phänomen in den ländlichen Gebieten. Damit ist die Selbstmordrate in China etwa 10 mal höher als in Industriestaaten wie Japan oder den Vereinigten Staaten, wo sich in den vergangenen Jahren jährlich rund 30.000 Menschen das Leben genommen haben. Dabei werden in Japan wirtschaftliche Probleme als Hauptgrund für Selbstmord genannt, wohingegen in den Vereinigten Staaten hauptsächlich psychische Probleme zum Selbstmord führen. "In China handelt es sich nur bei 63% der Selbstmordfälle um Menschen mit geistiger Störung, während dieser Anteil in den westlichen Staaten bei 90% liegt", so die Experten des Forschungszentrums für die Vorbeugung gegen Selbstmord. Nach Ansicht vmherer Ärzte ist nicht nur die Depression ein Grund für die Zunahme der Selbstmordfälle sondern auch die rasche wirtschaftliche Entwicklung und der daraus folgenden rasche Wandel in der Gesellschaft sowie die Mängel im Gesundheitssystem im Bereich der Psychiatrie. In China gibt es bei einer GEsamtbevölkerung von 1,2 Milliarden Menschen nur 14.000 Psychiater und erst seit etwa 10 Jahren sind Krankehiten wie Depression, Panikattacken und Schizofrenie offiziell anerkannt. Viele Selbstmorde in den ländlichen Mitteln werden durch Schlucken von Insektengift verübt. In solchen Fällen ist ein medizinisches Eingreifen nach Ansicht des VErtreters der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Peking, Hans Bekedam, völlig aussichtslos. Die WHO weist auch auf die steigenden Selbstmordraten bei Kindern, insbesondere unter Einzelkindern, hin. Vor allem Einzelkinder fühlten sich ständig dem Druck der Eltern ausgesetzt, die hohe Erwartungen an sie stellten und sie dabei ständig überbeschützten, was dazu führe, dass sie nicht in der Lage seien mit einem Scheitern in der Schule oder in den zwischenmenschlichen Beziehungen zurecht zu kommen. Nach offiziellen Angeben leiden 27% der Grundschüler und 32% der Schüler der Mittelstufe unter psychischen Störungen. (PA) (Fidesdienst, 24/11/2003 – 35 Zeilen, 407 Worte)

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