Hundert Jahre nach der Weihe der ersten sechs chinesischen Bischöfe der Neuzeit am 28. Oktober 1926 widmet der Fidesdienst eine Reihe dokumentarischer Beiträge diesen Nachfolgern der Apostel und ihren Diözesen. Im Mittelpunkt steht jenes für den Weg der katholischen Kirche in China entscheidende Ereignis.
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Von Prof. Liu Zhiqing
Fenyang (Fides) – Das Bistum Fenyang in der Provinz Shanxi war das dritte kirchliche Gebiet, dessen Leitung einem Mitglied des chinesischen Klerus übertragen wurde. Es wurde am 7. Mai 1926 als Apostolisches Vikariat Fenyang errichtet. Sein erster Bischof war Aloysius Chen Guodi. Er gehörte zu den ersten sechs chinesischen Bischöfen, die Papst Pius XI. am 28. Oktober 1926 in Rom weihte. Chen Guodi war bereits am 10. Mai 1926 zum Bischof ernannt worden.
1. Geschichte des Bistums
Am 7. Mai 1926 wurde das Apostolische Vikariat Fenyang vom Apostolischen Vikariat Taiyuan abgetrennt. Dieses wurde von italienischen Franziskanern verwaltet. Im Jahr 1925 war das Vikariat in drei Dekanate gegliedert. Es zählte 35.187 katholische Getaufte und 48 Priester, darunter 26 aus dem Ausland und 22 aus China. Der chinesische Klerus stellte damit 45,83 Prozent der Priester.
Bei seiner Errichtung zählte das Apostolische Vikariat Fenyang 11.492 katholische Getaufte und 17 chinesische Priester, darunter den Apostolischen Vikar.
Im Juli 1926 besuchte Erzbischof Celso Costantini, der erste Apostolische Delegat in China, Taiyuan. In seinen Erinnerungen schrieb er, sein Besuch im Vikariat Taiyuan habe der Abgrenzung der neuen kirchlichen Gebiete gedient, deren Leitung dem einheimischen Klerus übertragen werden sollte. Der Apostolische Vikar von Taiyuan, Agapito Fiorentini (1866–1941), unterstützte von ganzem Herzen die Vorgaben des Heiligen Stuhls, die Leitung der Diözesen chinesischen Bischöfen anzuvertrauen. „Ich nahm daher die abschließenden Beratungen und die Auswahl der neuen Bischöfe vor“, schreibt Costantini in seinen Erinnerungen (Con i missionari in Cina, 1922–1933: Memorie di fatti e di idee, Rom 1946).
Am 11. April 1946 wurde das Apostolische Vikariat Fenyang zum Bistum erhoben.
Im Jahr 1949 umfasste das Bistum Fenyang 15 Landkreise. Nach Angaben von Zhao Qingyuan, dem Autor der Chronologie der Aufteilung der katholischen Diözesen in China und der Abfolge ihrer Bischöfe, verfügte das Bistum über 139 Kirchen und Kapellen, 31 Priester, darunter einen Ordenspriester, sowie 15.618 katholische Getaufte.
2. Die Bischöfe des Bistums
Der erste Bischof des Apostolischen Vikariats Fenyang war Aloysius Chen Guodi (1875–1930), ein Mitglied des Ordens der Minderbrüder (Franziskaner).
Aloysius Chen wurde am 15. November 1875 im Dorf Anyang bei Lu'an in der Provinz Shanxi geboren. Er stammte aus einer seit Generationen katholischen Familie. Am 4. Oktober 1896 trat er in Dongergou in den Orden der Minderbrüder ein. Am 15. März 1903 wurde er zum Priester geweiht.
Neun Jahre lang war er in der Missionsarbeit im Landkreis Xinxian und an anderen Orten tätig. Später diente er als Sekretär zweier italienischer Bischöfe, die chinesische Diözesen leiteten.
Neben seiner Lehrtätigkeit in Latein und Apologetik am Seminar von Taiyuan leitete Aloysius Chen auch eine katholische Mittelschule der Stadt, die Mingyuan-Schule.
Im Jahr 1911 wurde Chen Guodi zum Pfarrer der Kathedrale von Taiyuan ernannt. 1921 wurde er Erzpriester des Dekanats Linxian und später Leiter der Mittelschule von Taiyuan.
Am 10. Mai 1926 wurde Chen Guodi zum Apostolischen Vikar von Fenyang mit dem Titularsitz Attuda ernannt. Am 28. Oktober 1926 empfing er im Petersdom in Rom durch Papst Pius XI. die Bischofsweihe. Damit wurde er zu einem der ersten sechs chinesischen Bischöfe, die in der Neuzeit geweiht wurden.
Bischof Aloysius Chen gründete 1927 das diözesane Kleine Seminar. Im Jahr 1928 errichtete er ein Vorbereitungsseminar. Zur selben Zeit nahm er in Fenyang zehn geweihte Laiinnen der karitativen Vereinigung Baochihui auf. Die Vereinigung, deren Name „Kinder schützen“ bedeutet, stammte aus der Pfarrei Qingtang im Landkreis Linxian.
In Fenyang gründete Chen außerdem eine soziale Einrichtung zur Aufnahme und Versorgung ausgesetzter Säuglinge.
Aloysius Chen Guodi starb am 10. März 1930 im Alter von 55 Jahren.
Nach dem Tod von Aloysius Chen Guodi wurde am 12. Oktober 1930 Francesco Liu Jinwen (1872–1951) zum Bischof des Apostolischen Vikariats Fenyang geweiht. Er blieb bis zum 15. Januar 1948 im Amt und starb am 3. April 1951.
Am 9. Juni 1949 wurde Simone Lei Zhenxia (1915–1971) zum Bischof des Bistums Fenyang geweiht. Er wurde 1955 verhaftet, zum Tod verurteilt und am 16. Februar 1971 erschossen.
3. Die Entwicklung des Bistums
Das Bistum Fenyang entstand aus einigen Pfarreien des Dekanats Fenzhoufu, die zum Apostolischen Vikariat Taiyuan gehörten.
Nach 24 Jahren des Wachstums zählte das Bistum rund 15.600 katholische Getaufte und 30 Priester. Von ihnen stammten 29 aus China und einer aus dem Ausland.
Die Statistiken zur pastoralen Tätigkeit und zur Entwicklung des Bistums in den einzelnen Jahren sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
Tabelle der pastoralen Statistiken des Bistums Fenyang, 1926–1950
| Periodo/Anno | Vescovi | Sacerdoti | Religiose | Popolazione (milioni) | cattolici | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| stranieri | cinesi | straniere | Cinesi | ||||
| 1926-1927 | 1 | 16 | 14 | 11492 | |||
| 1927-1928 | 1 | 18 | 2 | 12051 | |||
| 1928-1929 | 1 | 19 | 2 | 15605 | |||
| 1929-1930 | 1 | 19 | 2 | 15605 | |||
| 1930-1931 | 1 | 24 | 2 | 12301 | |||
| 1933 | 1 | 26 | 2 | 12629 | |||
| 1934 | 1 | 25 | 2 | 12874 | |||
| 1935 | 1 | 24 | 2.06 | 13239 | |||
| 1936 | 1 | 23 | 2 | 13645 | |||
| 1937 | 1 | 2 | 23 | 2 | 13975 | ||
| 1938 | 1 | 1 | 25 | 2 | 14550 | ||
| 1939 | 1 | 1 | 27 | 2 | 15247 | ||
| 1940 | 1 | 1 | 28 | 2 | 15197 | ||
| 1941 | 1 | 1 | 27 | 2 | 15524 | ||
| 1942 | 1 | 1 | 30 | 2 | 15949 | ||
| 1943 | 1 | 1 | 29 | 2 | 15656 | ||
| 1947 | 1 | 1 | 29 | 2.1 | 15050 | ||
| 1948 | 1 | 1 | 29 | 2.1 | 15600 | ||
| 1949 | 1 | 1 | 29 | 2.1 | 15600 | ||
| 1950 | 1 | 44 | 15600 | ||||