AMERIKA/HAITI - Bei Massaker in Kenscoff starben mindestens 47 Menschen

Dienstag, 25 August 2026

Port-au-Prince (Fides) – Bei einem Massaker wurden in der Nacht vom 23. auf den 24. August in Kenscoff, einer Bergstadt oberhalb von Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis, mindestens 47 Menschen getötet. Mindestens 22 weitere wurden bei dem Angriff verletzt, der von einer der kriminellen Banden verübt wurde, die in dem Land ihr Unwesen treiben. Die Banditen setzten zudem Dutzende Häuser in Brand.
Unter den verwüsteten Gebäuden befand sich eine Kirche der „Arche de la Nouvelle Alliance“ im Stadtzentrum, nahe dem städtischen Friedhof. Auch mehrere Häuser in der Nähe des Rathauses und der Polizeistation wurden in Brand gesteckt. Zahlreiche Tiere, darunter Pferde, kamen bei dem Angriff ebenfalls ums Leben.
Einigen Zeugen zufolge nahmen die Banditen Geiseln, bevor sie sich zurückzogen. Mehrere Familien haben Kenscoff verlassen, um der Gewalt zu entkommen.
Die „Eglise l’Arche de la Nouvelle Alliance“, auch bekannt als „Arche de la Nouvelle Alliance“ ist eine evangelikale Kirche, die 1974 gegründet wurde und von Bischof Renelus Maxime geleitet wird. Sie hat etwa 535 Mitglieder und umfasst rund 14 Gemeinden im ländlichen Haiti. Die Organisation arbeitet mit humanitären Organisationen wie „Chances For Children“ zusammen, beispielsweise in den Bereichen Ernährungsprogramme, mobile Kliniken, pastorale Ausbildung und Infrastruktursanierung.
Seit Anfang 2025 ist Kenscoff wiederholt Ziel von Angriffen krimineller Banden, insbesondere des „Viv-Ansanm“-Bündnisses. In der Kirche der „Arche de la Nouvelle Alliance“ hatten Vertriebenen aus der Region Zuflucht gesucht, bevor sie bei dem Angriff am 24. August zerstört wurde – dem jüngsten in einer Reihe gewaltsamer Vorfälle, die mehrere Gemeinden im Großraum Port-au-Prince betroffen haben.
Die zunehmende Unsicherheit in Haiti, wo rund 1,5 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben wurden, gefährdet auch die Durchführung der ersten Runde der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sowie des für den 13. Dezember angesetzten Verfassungsreferendums.
(L.M.) (Fides 25/8/2026)


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