AFRIKA/SUDAN - Krieg im Sudan greift auf die Nachbarländer über

Dienstag, 25 August 2026

Khartum (Fides) – Der Krieg im Sudan weitet sich zunehmend auf die Nachbarländer aus. Die sudanesischen Streitkräfte (SAF) unter General Abdel Fattah al-Burhan haben ihre Operationen zur Unterbrechung der Nachschublinien der „Rapid Support Forces“ (RSF) unter Mohammed Hamdan Dagalo, genannt „Hemedti“, intensiviert. Diese verlaufen durch mehrere Nachbarländer.
Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich am 21. August, als die sudanesische Armee mit Hilfe von Flugzeugen und Drohnen einen Konvoi von RSF-Fahrzeugen verfolgten und bombardierten, der etwa 100 Kilometer tief in tschadisches Gebiet eingedrungen war.
Die Angriffe der sudanesischen Luftwaffe richteten sich gegen einen RSF-Konvoi südlich des Grenzdreiecks zwischen Sudan, Libyen und dem Tschad. Laut sudanesischer Armee bestand der Konvoi aus etwa 200 Kampffahrzeugen aus den Lagern von Kufra in Libyen. Die Regierung in Khartum bekräftigt, es gäbe eine Lieferkette, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten beginnt, über Bengasi und Tobruk führt und die libysch-tschadische Grenze nach Darfur im westlichen Sudan überschreitet.
Als Reaktion darauf versetzte die tschadische Regierung ihre Truppen in höchste Alarmbereitschaft und warnte die sudanesischen Kriegsparteien davor, den Konflikt über die Grenze hinaus auszuweiten.
Die Regierung in N’Djamena bekräftigte zudem, dass man sich das Recht vorbehalte, die eigene territoriale Integrität zu verteidigen. Neben der Route, die durch Libyen führt, den Tschad durchquert und den Westen des Sudan erreicht, behaupten sudanesische Behörden, dass es eine weitere Route gibt, die direkt durch tschadisches Gebiet verläuft. Laut der Regierung in Khartum landen Flugzeuge der Vereinigten Arabischen Emirate auf mindestens zwei tschadischen Flughäfen, Amdscharass und N’Djamena, um Nachschub für die RSF abzuliefern, der dann auf dem Landweg in von Milizen kontrollierte Gebiete transportiert wird.
Der sudanesische Konflikt betrifft unterdessen auch Äthiopien, ein weiteres Land, das von der sudanesischen Regierung beschuldigt wird, die RSF zu unterstützen oder zumindest die Nutzung seines Territoriums für Waffenlieferungen zu gestatten. Am 23. August wurde eine mutmaßlich von Äthiopien aus gestartete Drohne von den sudanesischen Streitkräften im Bundesstaat Blauer Nil nahe Dindiro abgeschossen.
Aus Bildern der Trümmer geht hervor, dass die Drohne mit einer in der Türkei hergestellten, miniaturisierten lasergelenkten Munition bewaffnet war und dass auch das Fluggerät selbst türkischer Herkunft ist. Bereits am 23. Mai meldeten die sudanesischen Streitkräfte den Abschuss einer türkischen Drohne nahe Ed Damazin. Sie erklärten, diese stamme aus Äthiopien, dem vorgeworfen wird, einen Stützpunkt zu beherbergen, von dem aus diese Fluggeräte gestartet werden (vgl. Fides, 5/5/2026).
Türkische Drohnen werden zudem von der sudanesischen selbst in großem Umfang eingesetzt. Die Drohne, die in den Blauen Nil stürzte, wurde Berichten zufolge von sudanesischen Streitkräften mit einem ähnlichen, ebenfalls türkischen Fluggerät getroffen.
Um die Ausbreitung des Konflikts einzudämmen, haben die Vereinigten Staaten den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, das derzeitige Waffenembargo gegen die Region Darfur auf ganz Sudan auszudehnen. „Dieser Rat sollte Maßnahmen ergreifen, um die Anheizung des Konflikts zu verhindern, insbesondere da externe Unterstützung die Gefahr birgt, regionale Akteure und Nachbarländer tiefer in den Konflikt im Sudan hineinzuziehen“, erklärte der US-Gesandte Massad Boulos während des Treffens der UN-Gruppe zur Beobachtung des Sudan-Krieges.
Boulos forderte außerdem, das Waffenembargo auf Drohnen auszuweiten und die Zahl der Experten in der Gruppe, die die Umsetzung der Sanktionen überwacht, zu erhöhen.
(L.M.) (Fides 25/8/2026)


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