Caritas Bangladesh
Khulna (Agenzia Fides) – Nach den jüngsten Überschwemmungen bieten die Gläubigen der Pfarreien der Diözese Khulna Vertriebenen Schutz in ihren Kirchen, bis das Wasser in den Straßen und Häusern von Khulna zurückgeht. Dies berichtete Bischof James Romen Boiragi von Khulna, einer Stadt im Südwesten Bangladeschs, gegenüber Fides. Er erklärte: „Unsere Solidarität zeigt sich darin, dass wir schutzbedürftigen und vertriebenen Menschen, zumeist Armen und Dalits, Zuflucht und Aufnahme bieten.“
Tatsächlich, so der Bischof, sind die rund 37.000 Katholiken in der Diözese überwiegend Dalits. Obwohl Bangladesch ein Land mit einer großen muslimischen Mehrheit (etwa 89 % der Bevölkerung) ist, hat das Gesellschaftssystem tiefgreifende hierarchische Strukturen und die Dynamik der Unberührbarkeit aus seiner hinduistischen Vergangenheit geerbt. Diese Dynamik trifft die Dalits, auch bekannt als „Kastenlose“ oder „Unberührbare“, besonders hart. Die hohe Konzentration von Dalit-Gemeinschaften im Verwaltungsbezirk Khulna und im südlichen Küstenbereich des Landes (geschätzt auf rund 500.000 Menschen) ist auf historische, wirtschaftliche und geografische Faktoren zurückzuführen.
Im Gebiet von Khulna hat die diözesane Caritasstelle unter der Leitung von Direktor Daud Jibon Das Soforthilfemaßnahmen auf den Weg gebracht, um insbesondere zwei gravierende Probleme anzugehen: die anhaltenden Überschwemmungen der städtischen Slums von Khulna und die Versalzung der Wasserreserven in den Küstengebieten. In den letzten Wochen wurden die Slums aufgrund dreier aufeinanderfolgender heftiger Überschwemmungen in der Stadt überflutet, woraufhin die Caritas in Khulna Soforthilfe für die Bewohner auf den Weg brachte.
Wie Bischof Boiragi gegenüber Fides erklärte, organisierten Freiwillige die Verteilung von Lebensmitteln und Hygieneartikeln, darunter Reis, Öl und Lebensmittel, an Familien, deren Häuser von der Außenwelt abgeschnitten oder durch Regenwasser überflutet waren. Die Caritas überwachte außerdem den Bau von Nottoiletten, um die Verunreinigung der Wasserversorgung zu verhindern. Parallel dazu läuft das Projekt „Stronger together“, das auch von der italienischen Caritas unterstützt wird. Dieses Programm zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit und die Wiederaufbaukapazitäten in vier großen Slums der Stadt Khulna zu stärken und konzentriert sich dabei insbesondere auf Katastrophenmanagement und Soforthilfe.
Ein weiteres gravierendes Problem, so der Bischof, sei die Trinkwasserversorgung im Kampf gegen die Versalzung der Küstenregionen: In Küstengebieten des Distrikts Khulna (wie Koyra und Dacope) drücken starke Regenfälle und Überschwemmungen salziges Meerwasser ins Landesinnere und zerstören Süßwasserbrunnen. Lokale Caritas-Freiwillige verteilen Kanister und stellen isolierten Gemeinden Trinkwasser in Notfällen zur Verfügung. Sie helfen außerdem bei der Installation kostengünstiger Filtersysteme, um in überfluteten Dörfern Salzwasser in Süßwasser umzuwandeln. In Khulna besteht das Problem nach den Überschwemmungen in der Erosion der Flussufer (wie beispielsweise des Pashur-Flusses), die buchstäblich Land und Häuser verschlingt. Dadurch entstehe ein Bedarf an Wohnraum für „Klimaflüchtlinge“, Familien, die durch die Überschwemmungen obdachlos geworden sind und die die örtliche katholische Gemeinde mit offenen Armen aufnehme, so der Bischof abschließend.
(PA) (Fides 28/7/2026)