Kinshasa (Fides) – Die Angriffe mit bewaffneten Drohnen auf Goma, die Hauptstadt der Provinz Nordkivu, die seit Januar 2025 unter der Kontrolle der Guerillakämpfer der M23-Bewegung steht, dauern an. Nach den Bombardierungen vom gestrigen 10. März, die ein Wohngebiet im Stadtzentrum trafen und eine unbekannte Zahl von Opfern forderten, wurden auch heute weitere Angriffe gemeldet. Unter den Opfern befindet sich, wie der französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf der Plattform „X“ mitteilt, eine französische Mitarbeiterin des Kinderhilfswerks UNICEF.
Die kongolesische Armee (Forces Armées de la République Démocratique du Congo, FARDC) verfügt über bewaffnete Drohnen chinesischer und türkischer Herstellung, die eingesetzt wurden, um Stellungen der M23-Milizen in der Provinz Südkivu anzugreifen, wobei Ende Februar Willy Ngoma, der Sprecher der M23, bei einem Angriff in der Nähe des strategisch wichtigen Bergbaugebiets Rubaya im Gebiet Masisi in der Provinz Nordkivu getötet wurde (vgl. Fides 24/2/2026).
Mehrere private Militärunternehmen unterstützen die kongolesische Armee beim Einsatz von Drohnen, darunter „Vectus“, ein Unternehmen von Erik Prince, dem ehemaligen Chef des privaten Militärunternehmens „Blackwater“.
Im Fall der Angriffe auf Goma äußert unterdessen die UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUSCO) Zweifel an der Herkunft der Drohnen. „Mehrere Analysen deuten darauf hin, dass die Drohnen aus Ruanda stammen könnten. Die Entfernung und die technischen Fähigkeiten stimmen nicht mit den bekannten Stützpunkten der kongolesischen Armee in der Region überein“, so eine Vertreter der UN-Mission.
„Rein technisch gesehen ist es schwer vorstellbar, dass Regierungsdrohnen von Kisangani oder Burundi aus nach Goma fliegen. Die erforderliche Reichweite, Steuerung und Logistik reichen dafür einfach nicht aus“, erklärt ein Experte gegenüber „Grand Lac Confidentiel“. Das Zielgebiet selbst – ein Wohngebiet kongolesischer Bürger und nicht das Gebiet, in dem sich die M23-Anführer aufhalten – deutet laut Quellen darauf hin, dass es sich um eine so genannten „False-Flag“-Operation handelte, eine Provokation, um die Regierung in Kinshasa zu diskreditieren.
Dies sind derzeit nur Spekulationen anonymer Quellen, die MONUSCO-Vertretern zugeschrieben werden. Sie verdeutlichen jedoch, wie die Wahrheit oft das erste Opfer eines jeden Krieges ist. Unterdessen ist die kongolesische Armee nach der Unterstützung durch die Trump-Administration mit Blick auf die kongolesischen Bodenschätze (vgl. Fides 24/02/2026) in Süd- und Nordkivu in die Offensive gegangen. Und ein Plan, die Regierung in Kinshasa in den Augen der internationalen Gemeinschaft zu diskreditieren, könnte Teil der Strategie sein, den Vormarsch der kongolesischen Armee zu stoppen.
(L.M.) (Fides 11/3/2026)