ASIEN/INDIEN - Gujarat: Salesianer Don Boscos bringen Initiative gegen Kinderheirat auf den Weg

Mittwoch, 22 Oktober 2025

FDB

Gandhinagar (Fides) – Mit einer Aufklärungskampagne, die vom 1. November 2025 bis zum 26. Januar 2026 stattfinden soll, wollen die Salasianer Don Boscos im indischen Unionsstaat Gujarat in der Bevölkerung ein Bewusstsein für das Problem der Kinderehe schaffen und die Beteiligung der Gemeinschaft sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten an der Lösung des Problems fördern, um Kinderheirat vollständig zu verbannen.
In Indien legt das Gesetz das Mindestalter für die Eheschließung für Mädchen auf 18 Jahre und für Jungen auf 21 Jahre fest. Obwohl Ehen mit Minderjährigen verboten sind, ist Indien laut dem Kinderhilfswerk UNICEF immer noch das Land mit der höchsten Zahl an Jugendlichen, die vor Erreichen der Volljährigkeit zur Heirat gezwungen werden: über 200 Millionen, dazu kommen noch viele Fälle, die nicht bekannt werden.
Ein Jahr nach der landesweiten Kampagne „Bal Vivah Mukt Bharat” (Indien frei von Kinderheirat) haben die Missionare in Zusammenarbeit mit der NGO „Just Rights for Children” am 13. Oktober 2025 offiziell die Initiative gegen Kinderheirat in drei Distrikten von Gujarat gestartet: Anand, Vadodara und Chhotaudepur. Mehr als 300 Eltern aus den drei Distrikten haben eine schriftliche Erklärung unterzeichnet, in der sie sich verpflichten, ihre minderjährigen Kinder nicht zu verheiraten. Diese schriftlichen Garantien seien ein Zeugnis für den Wandel und das Engagement für eine sicherere Zukunft für jedes Kind – heißt es in der Mitteilung der Salesianer Don Boscos.
Von Juni bis September 2025 wurden bereits verschiedene vorbereitende Initiativen durchgeführt. In den drei Distrikten wurde in 150 Dörfer durch Graffitis, im Rahmen von Gemeindeversammlungen und durch Verpflichtungserklärungen von 150 Familien auf das Problem der Kinderheirat aufmerksam gemacht. Darüber hinaus nahmen 53 Personen an einem landesweiten Workshop mit dem Titel „Stimmen der Überlebenden” teil, bei dem Geschichten von Widerstandsfähigkeit und Hoffnung vorgestellt wurden. Im Rahmen der 100tägigen Aufklärungskampagne sollen auch religiöse Führer, die Hochzeiten feiern, Mitarbeiter von Einrichtungen, die mit Hochzeiten zu tun haben, und Dorfvorsteher angesprochen werden.
Die Initiative „Bal Vivah Mukt Bharat” wurde am 27. November 2024 von der Ministerin für Frauen- und Kinderentwicklung, Annapurna Devi, in Vigyan Bhawan, Neu-Delhi, ins Leben gerufen. Dank der gemeinsamen Bemühungen von Regierungsbeamten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gemeindevorstehern hat die Bewegung bereits in mehreren indischen Bundesstaaten bemerkenswerte Erfolge erzielt. Auf nationaler Ebene hat die Kampagne dazu beigetragen, über 190.000 Kinderehen zu verhindern und unzählige Mädchen und Jungen vor dem Verlust ihrer Kindheit und ihrer Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bewahren.
Mit ihrer Initiative setzen die Salesianer Don Boscos von Gujarat ihre Mission fort, junge Menschen zu bilden, zu schützen und zu ihrer vollen Entfaltung beizutragen. Die Kampagne ist ein eindringlicher Appell, der daran erinnert, dass jedes Kind das Recht hat, aufzuwachsen, zu lernen und zu träumen.
(AP) (Fides 22/10/2025)


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