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Pressekommuniqué - Gemeinsamer
Ausschuss CCEE-KEK in Bukarest 2003
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Der Gemeinsame Ausschuss
von KEK und CCEE tagte vom 30.1. bis zum 2.2 .2003 in Bukarest,
Rumänien aufgrund der freundlichen Einladung und großzügigen
Gastfreundschaft des Rumänisch-orthodoxen Patriarchats, einer
Mitgliedskirche der KEK. Der Ausschuss traf zum Gebet mit seiner
Seligkeit, Patriarch Teoctist zusammen und feierte gemeinsam mit
den christlichen Kirchen in Bukarest einen Gottesdienst. Der Patriarch
sprach mit Herzlichkeit über seine ökumenische Freundschaft
mit Papst Johannes Paul II. Er dankte der KEK und ihren Mitgliedskirchen
für die Unterstützung des rumänischen Volkes angesichts
der Herausforderungen durch Armut und Umwälzungen vor und nach
den politischen Veränderungen in Rumänien.
Bischof Finn Wagle, lutherischer Bischof von Trondheim, Norwegen,
erinnerte die Anwesenden an den grundlegenden christlichen Auftrag,
alle Menschen zur Fülle des Lebens zu ermächtigen und
gab damit die Orientierung für die Arbeit vor.
Während der gesamten Sitzung waren die Gedanken der Mitglieder
des Gemeinsamen Ausschusses bei der drohenden Gefahr eines bewaffneten
Konfliktes mit dem Irak. Alle politisch Verantwortlichen in der
Welt sind verpflichtet, das weltweite gemeinsame Gut vor jeder
Bedrohung des Friedens zu schützen.
Im Geiste dessen, was das Evangelium vorgibt, Selig sind
die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen'
(Mt 5,9), und verpflichtet durch die Charta Oecumenica zu einer
Friedensordnung auf der Grundlage gewaltfreier Konfliktlösungen'
(§8,3) fordert der Gemeinsame Ausschuss alle politischen
Führungskräfte auf, entsprechend internationalem Recht
und moralischen Normen zu handeln und alle nur möglichen
gewaltfreien Mittel, die zur Verfügung stehen, zu nutzen,
um einen Ausweg aus der gegenwärtigen Sackgasse zu finden
und wahrhaftige Gerechtigkeit und wirklichen Frieden zu gewährleisten.
Ausgehend von ihrem gemeinsamen Erbe setzen sich die christlichen
Kirchen fortlaufend mit der scheinbar endlosen Tragödie des
Mittleren Ostens auseinander und bekräftigen ihre Solidarität
mit den christlichen Gemeinschaften und allen Opfern der Gewalt
in dieser Region. Der Gemeinsame Ausschuss schließt sich
dem Ruf nach Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung in dem
Land, das als erstes die gute Nachricht von dem auferstandenen
Herrn gehört hat, an.
Die Kirchen Europas erhoffen sich von dem Dialog miteinander
eine Erneuerung ihrer Kraft und Hoffnung. So hat der Gemeinsame
Ausschuss nach weiteren Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit
und Stärkung der koinonia (Gemeinschaft) gesucht. Die Veröffentlichung
der Charta Oecumenica hat sich als grundlegender Beitrag dazu
erwiesen. Schon jetzt ist die Charta ein integraler Bestandteil
der ökumenischen Architektur Europas. Der gemeinsame Ausschuss
bittet alle Kirchen, ein Fürbittgebet für alle christlichen
Kirchen und Gemeinschaften Europas als regelmäßigen
Bestandteil in ihre Gottesdienste einzubeziehen.
Artikel 11 der Charta Oecumenica spricht von dem Wunsch, den
christlich-islamischen Dialog zu intensivieren. Deshalb empfiehlt
der Gemeinsame Ausschuss, dass dieser Dialog im KEK/CCEE-Ausschuss
für die Beziehungen mit den Muslimen in Europa gebündelt
wird, in dem Christen und Muslime miteinander über ihren
Glauben an Gott und ihr gemeinsames Leben in Europa sprechen.
Keine Zusammenkunft von Christen in Europa darf die gegenwärtige
politische Entwicklung in Europa vernachlässigen. Der gemeinsame
Ausschuss tagte in Rumänien, einem der Kandidatenländer
für eine erweiterte Europäische Union. Die zukünftige
Struktur der Union hat für die Mitgliedsstaaten, für
die Kandidatenländer und für ihre Nachbarn tief greifende
Konsequenzen
Die Kommission Kirche und Gesellschaft' der KEK und ComECE
(Kommission der Bischofskonferenzen in der Europäischen Union)
haben intensiv daran gearbeitet, dem Konvent zur Zukunft Europas
eine Reihe von Eingaben zu unterbreiten, einschließlich
Vorschlägen für die Rechtsordnung der Union. Angesichts
dessen, dass der Konvent in die Schlussphase seiner Arbeit kommt,
unterstützt der Ausschuss ausdrücklich diese Vorschläge
und bittet die Mitgliedskirchen, diesen Prozess aufmerksam zu
begleiten und die nationalen Regierungen aufzurufen, dass das
neue Europa:
1. den Status der Kirchen, Religionsgemeinschaften und nicht-konfessionellen
Organisationen gemäß der nationalen Gesetzgebung respektiert
(Erklärung 11 des Amsterdamer Vertrages);
2. die besondere Identität von Kirchen und Religionsgemeinschaften
anerkennt und Möglichkeiten eines strukturierten Dialoges
mit ihnen vorsieht;
3. die Religionsfreiheit in ihren individuellen, kollektiven und
korporativen Dimensionen respektiert.
Das christliche Erbe Europas ist nicht nur eine Verpflichtung
aus der Vergangenheit, sondern auch eine Kraft für den zukünftigen
Zusammenhalt Europas und seine Werte.
Die KEK ist zur Zeit intensiv mit der Vorbereitung ihrer Vollversammlung
in Trondheim im Juni 2003 befasst. Die KEK-Mitglieder im Gemeinsamen
Ausschuss werden ihr Mandat dann beenden.Voller Dankbarkeit für
all das, was in diesen vergangenen Jahren möglich war, nicht
zuletzt die Charta Oecumenica, richtete der Ausschuss auch den
Blick auf zukünftige gemeinsame Initiativen. Er beriet, wie
zukunftsweisende Begegnungen zwischen kirchenleitenden Personen,
Politiker/innen und Meinungsführer/innen in Europa verstärkt
werden könnten. Der Ausschuss schlägt vor, auf der Grundlage
und im Geiste der Versammlungen von Basel (1989) und Graz (1997)
eine dritte Europäische Ökumenische Versammlung im Jahre
2007 einzuberufen und zwar in einem osteuropäischen Land
mit orthodoxer Tradition.
Die Sitzung endete mit einem Gottesdienst in Gegenwart des Patriarchen
und weiterer rumänischer Kirchenleiter. Der Patriarch brachte
seine Überzeugung zum Ausdruck, dass der Dialog im Gemeinsamen
Ausschuss von KEK/CCEE in gemeinsamen Erfahrungen verwurzelt ist,
im gemeinsamen Gebet gefeiert wird und dazu dient, die Kirchen
Europas immer näher zueinander zu bringen.
Bukarest, den 2. Februar 2003
Teilnehmende Mitglieder der Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses:
Mitglieder CCEE:
Mgr. Amédée Grab OSB, Bischof von Chur, CCEE-Präsident,
Schweiz
Mgr. Josip Bozanic, Erzbischof Zagreb, CCEE-Vize-Präsident,
Kroatien
Kard. Cormac Murphy-O'Connor, Erzbischof von Westminster, CCEE-Vize-Präsident,
England
Kard. Lubomyr Husar, Erzbischof von Lviv, Ukraine
Mgr. Alfons Nossol, Erzbischof von Opole, Polen
Prälat Noël Treanor, ComECE-Generalsekretär, Belgien
Prälat Aldo Giordano, CCEE-Generalsekretär, Schweiz
Mitglieder KEK:
Metropolit Jérémie Caligiorgis, KEK- Präsident,
Ökumenisches Patriarchat, Frankreich
Metropolit Daniel von Moldawien und Bukovina, Rumänisch-orthodoxe
Kirche, Rumänien
Pfrin. OKR Antje Heider-Rottwilm, EKD, Deutschland
Pastorin Gianna Sciclone, Waldenser Kirche, Italien
Rt. Revd. Finn Wagle, Bischof von Nidaros, Kirche von Norwegen,
Norwegen
Rev. Dr. Keith Clements, KEK- Generalsekretär, Schweiz
Conference of European Churches (CEC)
Conférence des Eglises européennes (KEK)
Konferenz Europäischer Kirchen (KEK)
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CH-1211 Geneva 2, Switzerland
Tel: +41 22 791 61 11 Fax: +41 22 791 62 27
E-mail: cec@cec-kek.org Home-page: www.cec-kek.org
Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae (CCEE)
Council of European Bishops' Conferences (CCEE)
Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE)
Conseil des Conférences Episcopales Européennes
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