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PRESSEMITTEILUNG
EUROPA UND LATEINAMERIKA: EIN FENSTER FÜR DIE ZUSAMMENARBEIT GEÖFFNET

Vom 24. bis 28. Februar 2003 fand in Kolumbien - dem Land des ewigen Frühlings - eine Begegnung zwischen dem Präsidium des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und dem Lateinamerikanischen Bischofsrat (CELAM) statt. Anlass war die Versammlung der Generalsekretäre der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen.

CCEE wurde durch seinen Präsidenten, Msgr. Amédée Grab, Bischof von Chur, den Vizepräsidenten, Msgr. Josip Bozanic, Erzbischof von Zagreb, und Pr. Aldo Giordano, Generalsekretär von CCEE, vertreten.

1. Das Treffen der Generalsekretäre wurde am 25. Februar im Studienzentrum "La Rondella" bei Medellín eröffnet. Den Auftakt bildeten Berichte über die gesellschaftliche und kirchliche Situation in den einzelnen Ländern sowie Informationen zu den wichtigsten Aktivitäten von CELAM im vergangenen Vierteljahr. Die Arbeit von CELAM ist von der Diskussion zum neuen Pastoralplan für die Jahre 2003 - 2007 geprägt: "Die Kirche - Haus und Schule der Gemeinschaft in einer globalisierten Welt. Der Mensch im Zentrum der Globalisierung durch eine Globalisierung der Solidarität".

2. Die Generalsekretäre haben sich mit den ernsten und dringenden Problemen Lateinamerikas auseinandergesetzt: Wirtschaftskrise, steigende Arbeitslosigkeit und Armut, Gewalt, Korruption, Verletzung der Menschenrechte, Drogenhandel, Kampagnen gegen die Kirche, Gefährdung des Schutzes der Familie. Venezuela, Bolivien, Kolumbien und Argentinien scheinen die Länder zu sein, die am meisten unter der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise leiden. Andere Länder geben Grund zur Hoffnung, allen voran Brasilien, wo die positiven Auswirkungen des Sozialprogramms von Präsident Lula erwartet werden.

3. In diesem Zusammenhang ist die Kirche die Institution, der die Bevölkerung am meisten Vertrauen entgegenbringt. Ihr Engagement für die gesellschaftliche Versöhnung ist allgemein anerkannt. Die Bischöfe haben darüber diskutiert, wie sie diesem Vertrauen gerecht werden und die Kirche immer mehr zu einem Ort der Hoffnung auf einen Neuanfang und des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Aufschwungs machen können. Evangelisierung, Bildung, kulturelle Aktivitäten, Solidarität, Schutz der Familie und des Lebens stellen die wichtigsten Arbeitsfelder der Diözesen dar. Der wirkungsvollste Weg, um die sozialen Wunden zu heilen, scheint eine Kirche zu sein, die "Haus und Schule der Gemeinschaft" ist (NMI 43).

4. Der Bericht von CCEE hat besonderes Interesse hervorgerufen: Evangelisierung und Dialog zwischen Evangelium und Kultur, die Situation der Kirche in Europa, Ökumene; die Mitwirkung am europäischen Einigungsprozess, die aufmerksame Begleitung des Stabilisierungsprozesses in Südosteuropa und die Situation im Nahen Osten. Besondere Aufmerksamkeit wurde auch dem Thema "Berufungen" gewidmet: Während in Europa ein Rückgang der Priesteramtskandidaten zu beobachten ist, kann in Lateinamerika eine wachsende Zahl an Seminaristen verzeichnet werden.

5. Im Zentrum des Treffens stand vor allem die Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen Europa und Lateinamerika (CCEE und CELAM) weiter vertieft werden kann. Folgende Themenkreise scheinen hierzu besonders geeignet:

- Berufungen und Austausch von Priestern
- Völkerwanderung
- Konkrete Hilfestellungen aus Europa für Seminare und pastorale Aktivitäten in Lateinamerika
- Ausbildung von freiwilligen Helfern, die nach Südamerika gehen
- Austausch von Gütern und Erfahrungen: pastorale Pläne und ökumenische Projekte
- Zusammenarbeit von CCEE und CELAM zugunsten von Afrika und Asien

6. Nach dem Treffen mit den Generalsekretären ist die Delegation von CCEE nach Bogotà gereist, um den Sitz von CELAM und der Bischofskonferenz von Kolumbien zu besuchen. Es folgte ein Besuch in Zipaquirà, der Diözese von Bischof Jorge Jimenez Carvajal, Präsident von CELAM, der im November 2002 von der Guerilla entführt worden war. Die Gewalt der Guerilla und die sozialen Konflikte sind die Wunden Kolumbiens

Am Ende des Treffens sagte Msgr. Jimenez in Bezug auf den Besuch von CCEE: "Ein neues und historisches Fenster der Gemeinschaft und Zusammenarbeit wurde geöffnet." Und Msgr. Grab: "Diese Tage waren eine Gnade." Die intensivsten und eindrücklichsten Erfahrungen waren die der Gemeinschaft und des Kirche-Seins: Sorgen und Hoffnungen wurden geteilt, damit die Lebenskeime, die im Frühling Lateinamerikas innewohnen, Nahrung und Raum zum Reifen finden.

St. Gallen, 3. März 2003

Für weitere Informationen: Pressebüro - Sekretariat CCEE in St. Gallen (Schweiz)
Tel. 0041 / 71 / 22 73 379 - 0039 / 335 / 60 41 576 - sarah.numico@ccee.ch

Der Lateinamerikanische Bischofsrat (CELAM) ist 1955 auf Wunsch der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik von Papst Pius XII ins Leben gerufen worden. CELAM umfasst 22 Bischofskonferenzen, die zwischen Mexiko und Kap Horn liegen - Karibik und Antillen eingeschlossen -, und steht im Dienst der Verbindung, Gemeinschaft, Bildung, Vertiefung und Reflexion. Die leitenden Organe von CELAM werden in einem Abstand von vier Jahren von der Vollversammlung der Präsidenten der Bischofskonferenzen gewählt. Sitz von CELAM ist Santafé de Bogotá, Kolumbien. Nähere Informationen unter http://www.celam.org

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) dient der Kollegialität der 34 Bischofskonferenzen Europas. Wichtigste Aufgabe von CCEE ist, die Zusammenarbeit der Bischöfe in Europa zu fördern. CCEE ist eine "Frucht" des 2. Vatikanischen Konzils. Gegründet wurde CCEE 1971 auf Initiative des damaligen Msgr. Etchegaray. Präsident von CCEE ist derzeit der Bischof von Chur, Msgr. Amédée Grab. Seinen Sitz hat CCEE in St. Gallen, Schweiz. Nähere Informationen unter http://www.ccee.ch

 
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