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5. OKTOBER 2003, Petersplatz

Josef Freinademetz (1852-1908)

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K o n g r e g a t i o n f ü r H e i l i g s p r e c h u n g e n

Diözesen Yenchowfu und Bozen-Brixen

D e k r e t ü b e r d a s W u n d e r f ü r d i e H e i l g s p r e c h u n g d e s S e l i g e n J o s e f F r e i n a d e m e t z

Ordenspriester der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (1852 – 1908)

Der Selige Josef Freinademetz wurde geboren am 15. April 1852 im Dorfe Oies in Val Badia, in der Provinz Bozen. Nachdem er zum Priester der Diözese Brixen geweiht worden war, versah er zwei Jahre lang den Pfarrdienst in St. Martin; dann erhielt er vom Bischof die Erlaubnis, seiner missionarischen Berufung zu folgen. Im Jahre 1878 trat er in die Gesellschaft des Göttlichen Wortes ein, die der Selige Arnold Janssen kurz vorher gegründet hatte. Von 1879 bis zu seinem Tode entwickelte er eine intensive apostolische Tätigkeit in China, indem er den Bevölkerungsgruppen jener Gegend in grosser Liebe diente mit christlichem Eifer und Stärke unter Schwierigkeiten und Gefahren. Im Rufe aussergewöhnlicher Heiligkeit beschloss er sein irdisches Leben in Taikiachwang am 28. Jan. des Jahres 1908.
Papst Paul VI. hat ihn am 15. Oktober 1975 in die Schar der Seligen aufgenommen.
Im Hinblick auf die Heiligsprechung hat der Postulator für die Heiligsprechung dem Urteil der Kongregation für Heiligsprechungsprozesse vor kurzem die wunderbare – wie gesagt wird – Heilung eines jungen Mannes aus Japan, Jun Yamada, vorgelegt. Dieser wurde am 16. Februar 1987, als er 24 Jahre alt war, wegen verschiedener Beschwerden in ein Krankenhaus von Nagoya (Japan) eingeliefert, wo nach einer Kranheitsdiagnose eine akute Leukämie (Typ M 2), hervorgerufen durch einen Tumor im Rückgrat, festgestellt wurde. Eine „Polychemotherapie“ wurde durchgeführt zur Abwehr der Krankheit. Aber nach einem ersten Zyklus, wie man sagt, wurde kein Fortschritt festgestellt. Deshalb wurde eine andere Therapie eingeleitet, die darauf abzielte, der akuten lymphoplastischen Leukämie abzuhelfen. Am 9. März desselben Jahres wurde aus Untersuchungen des Labors eine Verminderung der weissen Blutkörperchen festgestellt, der eine Verminderung der Widerstandskräfte folgte, obwohl Bluttransfusionen durchgeführt wurden. Dann hat der Kranke sich eine schwere Lungenentzündung zugezogen mit Blutspucken aus der Lunge ; das Atmen wurde schwer (knapp) und der Mangel an Sauerstoff schritt soweit fort, dass ein Stillstand des Herzens befürchtet werden musste. Deshalb wurde ein Tubulus in seinen Körper eingeführt und ihm Luft zugeführt und er kam unter die Aufsicht der Pfleger in die Abteilung für Intensivpflege; der Kranke war nun bewusstlos.
Am 13. März, als der Zustand des jungen Mannes hoffnungslos war und man bereits sich Gedanken über sein Begräbnis machte, hat ein Priester der Gesellschaft des Göttlichen Wortes, der früher sein Lehrer gewesen war, eine Novene zum seligen Josef Freinademetz angefangen, um auf seine Fürbitte hin die Heilung seines früheren Schülers zu erlangen.
Ein anderer Priester derselben Ordensgemeinschaft feierte wiederholt die hl. Messe aus dem gleichen Grund und erflehte die Vermittlung des Seligen Josef.
Am 17. März verbesserte sich der Zustand des jungen Mannes, am 19. März erlangte er das volle Bewusstsein und am 10. April wurde aus Laboruntersuchungen bestätigt, dass die Leukämie vollständig verschwunden war. Es folgte aber eine „mykotische“ Infektion (hervorgerufen von kleinen parasitären Pilzen) und eine tuberkulöse Infektion aus dem Mangel an genügender Widerstandkraft des Körpers. Ab Juli 1987 erlangte er wieder schrittweise grössere Kräfte und am 30. September des gleichen Jahres wurde er entlassen als einer, der zur Gesundheit zurückgefunden hatte.
Über diesen Fall, der als Wunder angesehen wird, wurde bei der Kurie von Nagoya eine diözesane Untersuchung eingeleitet, deren rechtliche Gültigkeit durch Dekret vom 14. April 2000 anerkannt wurde. Am 10. Dezember des vergangenen Jahres hat der Ärzterat anerkannt, dass die Heilung schnell, vollständig, dauerhaft und von der Wissenschaft her unerklärlich zustande gekommen sei. Am 18. Dezember wurde eine spezielle Versammlung der „Beratenden Ärzte“ abgehalten und am 3. Dezember fand die ordentliche Sitzung der Kardinäle und Bischöfe statt im Beisein des Antragstellers (ponente) Josephus Zlatnanský, tit. Bischof von Montefiascone. In beiden Versammlungen, sowohl derjenigen der „Beratenden Ärzte“ als auch derjenigen der Kardinäle und Bischöfe, wurde auf die Frage, ob unzweifelhaft feststehe, dass man von einem göttlich gewirkten Wunder sprechen könne, eine positive Antwort gegeben.
Nachdem schliesslich von all diesen Dingen durch den unterzeichnenden Kardinal ein genauer Bericht gemacht worden war für den Summus Pontifex Johannes Paul II. , ordnete seine Heiligkeit, welche die Vota der Kongregation für Heiligsprechungen angenommen und ratifiziert hatte, an, dass ein Dekret über die vorher beschriebene wunderbare Heilung verfasst werde.
Nachdem dies ordnungsgemäss ausgeführt worden war, rief der Heilige Vater den unterzeichnenden Kardinal, den Antragsteller (ponente), mich, den bischöflichen Sekretär der Kongregation und all die Leute herbei, die man für gewöhnlich dazu einlädt, und vor ihnen gab er feierlich folgende Erklärung ab : Es steht fest dass es sich um ein (echtes) Wunder handelt, erlangt durch die Vermittlung des Seligen Josef Freinademetz, Ordenspriester der Gesellschaft des Göttlichen Wortes, bei der schnellen, vollständigen und dauernden Heilung des jungen Mannes Jun Yamada von einer akuten Leukämie in Verbindung mit - phänotypisch (im Erscheinungsbild) festgestellt - schweren Komplikationen der Lunge, Mangel an Sauerstoff (ipossia) und Herzstillstand, mit mikotischer und tuberkulöser Infektion infolge von Immunschwäche.
Seine Heiligkeit ordnete an, dass dieses Dekret publiziert werde und zu den Akten der Kongregation für Heiligsprechungen gegeben werde.

Rom, den 20. Dezember 2002

Josephus Card. Saravia Martins
Kardinalspräfekt

Eduardus Nowak
Archiep. tit. Lunensis , Sekretär

 
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