Cholera ist eine ansteckende Infektionskrankheit mit
schweren Symptomen im Verdauungs- und Darmbereich; Erreger ist ein
Bakterium das als im Allgemeinen als „Vibrio“ oder „Kommabakterium“
bezeichnet wird. Das Bakterium wird durch den Kot erkrankter Personen
oder durch die Aufnahme von verschmutztem Wasser und Lebensmitteln
übertragen. Choleraepidemiden entstehen vor allem durch Mangel
an Hygiene oder dort wo es keine Kontrollen für Trinkwasser gibt
oder kein angemessenes Abwassersystem zur Verfügung steht. Die
Krankheit kommt nach 2-3 Tagen mit Erbrechen und Durchfall zum Ausbruch,
was zu ein einer schweren Entwässerung und dem Verlust von Mineralen
sowie dem Anstieg des Säuregehalts im Blut und im Gewebe mit
sich bringt, die zu einem Kollaps oder sogar zum Tod führen können.
Manchmal tritt die Krankheit aber auch in einer schwächeren und
damit nicht lebensgefährlichen Form auf. Gefährlich ist
die Krankheit jedoch in jedem Fall für Kinder, deren Wasser-
und Mineralhaushalt noch nicht sehr stabil ist.
Zur Krankheitsübertragung kommt es, wenn das Vibrio mit dem Kot
ausgeschieden und nicht zerstört wird, weil es keine Klär-
oder Wasseraufbereitungsanlagen gibt, weshalb die Bakterien durch
Lebensmittel und Getränke zu gesunden Menschen gelangen.
Die erste große Choleraepidemie der modernen Zeit gab es in
den Jahren von 1817-1823; es folgten fünf weitere Epidemien:
1839-1851, 1852-1859, 1863-1879, 1881-1896 und 1899-1923. Die siebte
Choleraepidemie brach in Celebes (Indonesien) im Jahr 1961 und breitete
sich bis 1970 in andern asiatischen Ländern, im Nahen Osten bis
nach Afrika aus. Die Weltgesundheitsorganisation hatte insgesamt 48.400
Fälle in 35 Ländern erfasst. Im Januar 1991 brach eine Epidemie
fast Zeitgleich in drei mehrere hundert Kilometer von einander entfernten
Küstenstädten in Peru auf und verbreitete sich von dort
aus in andere Länder (Ecuador, Chile, Kolumbien, Brasilien) so
dass schließlich ganz Mittel- uns Südamerika, mehrere Pazifikinseln
und die Vereinigten Staaten betroffen waren; bis Ende 1992 wurden
aus diesen Ländern 750.000 Krankheitsfälle gemeldet, von
denen 6.500 tödlich verlaufen waren. Mehrer Krankheitsfälle
wurden auch in West- und Osteuropa registriert. Ende 1992 und im darauf
folgenden Jahr kam es zu einer weiteren Epidemie in Madras und in
anderen indischen Staaten, sowie in Bangladesch. Die Epidemie breitete
sich schließlich in ganz Indien aus, wobei Krankheitsfälle
auch aus Pakistan, Nepal, China Thailand und Kasachstan, Afghanistan
sowie Malaysia gemeldet wurden.
In folgenden Ländern waren zuletzt (zum 15. September 2000) Choleraerkrankungen
gemeldet: Afghanistan, Angola, Belize, Benin, Bhutan, Bolivien, Brasile,
Brunei Darussalam, Burkina Faso, Burundi, Kambodscha, Kamerun, Capo
Verde, Tschad, Chile, China, Kolumbien, Komoren, Kongo, Costa Rica,
Elfenbeinküste, Ecuador, El Salvador, Philippinen, Ghana, Dschibuti,
Guatemala, Guinea, Guinea Bissau, Guyana, Französisch Guyana,
Honduras, Indien, Iran, Irak, Kenia, Laos, Liberia, Madagaskar, Malawi,
Mali, Mauretanien, Mexiko, Mongolei, Mosambik, Myanmar, Nepal, Nicaragua,
Niger, Nigeria, Panama, Peru, Zentralafrikanische Republik, Demokratische
Republik Kongo, Ruanda, Sao Tomè e Principe, Senegal, Sierra
Leone, Somalia, Sri Lanka, Suriname, Swaziland, Tansania, Togo, Uganda,
Venezuela, Vietnam, Sambia, Simbabwe. (Fidesdienst, 23/7/2003 –
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