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AFRIKA/SENEGAL - Weihnachten im Zeichen der Gemeinschaft unter allen Senegalesen: „Auch Muslime nehmen am Weihnachtsgottesdienst teil“. Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Senegal, Pater Giuseppe Giordano, zum bevorstehenden Weihnachtsfest

Dakar (Fidesdienst) - „Hätten wir nur in den westlichen Ländern den Sinn für das Weihnachtsfest bewahrt, wie dies die Senegalesen tun“, so der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Senegal, Pater Giuseppe Giordano, OMI, im Gespräch mit dem Fidesdienst. „Weihnachten ist ein Fest, das für die Menschen im Senegal sehr viel bedeutet. Am Heiligen Abend wird der Platz in der Kirche und auf dem Vorplatz für tausende von Menschen, die an der Messe teilnehmen wollen, nicht ausreichen“, so Pater Giordano. „Darunter werden auch zahlreiche Muslime sein. Manche kommen, weil sie sich vom Ritus der Liturgie angezogen fühlen, andere nehmen mit einem interreligiösen Geist an der Messe teil, weil Jesus auch für sie nach Mohammed der größte Prophet ist. In Dakar gibt es sogar eine Bruderschaft, die glaubt, dass ihr Gründer eine Wiedergeburt Jesu sei“, so Pater Giordano weiter. „Alle Senegalesen besitzen unabhängig von ihrem Glauben ein starkes religiöses Empfinden und einen Sinn für die Gegenwart Gottes im alltäglichen Leben: das Gebet spielt dabei eine wichtige Rolle. Es ist beeindruckend wenn man sieht, wie am Heiligen Abend tausende Menschen freudig und begeistert an der Mitternachtsmesse teilnehmen und danach zwei Stunden lang Glückwünsche austauschen.“
„Die Vorbereitung auf das Fest wird sehr ernst genommen. Gestern haben zum Beispiel 15 Priester den ganzen Tag die Beichte gehört, zu der tausende Gläubige kamen“, so der Missionar. „Die Krippentradition wurde von den Missionaren eingeführt und in der Weihnachtszeit werden vielerorts Krippenspiele aufgeführt. Die Krippe ist noch nicht überall im Land bekannt. Im Allgemeinen werden Weihnachtskrippen, zumeist von Missionaren, aus dem Ausland mitgebracht. Doch seit einiger Zeit gibt es auch erste Weihnachtskrippen, die von einheimischen Handwerkern gebaut wurden“, so der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke.
„Die Krippenspiele finden meistens für Kinder statt. Ich erinnere mich, dass wir einmal ein Krippenspiel nach einer Vorlage des Päpstlichen Kindermissionswerks aufgeführt haben, bei dem Not leidende Kinder der heutigen Zeit zum Stall gingen und dort von Maria in die Arme geschlossen wurden, damit sie ihr Leid vergessen“, so Pater Giordano. „Bei der Aufführung solcher Krippenspiele machen wir uns die Einstellung der Senegalesen zunutze, denen es immer gelingt, mit wenigen Zutaten unglaubliche Dinge zu schaffen“. (LM) (Fidesdienst, 21/12/2004 - 33 Zeilen, 378 Worte)

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