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ASIEN/INDONESIEN - Der islamische Fundamentalismus vor Gericht: eine delikate Angelegenheit für die neue Regierung

Jakarta (Fidesdienst) - „Wie die neue indonesische Demokratie mit der Präsenz fundamentalistischer islamischer Gruppen im Land umgeht, wird sich in den kommenden Tagen beim Prozess gegen den Extremistenanführer Abu Bakar erweisen“, so Fidesquellen aus katholischen Kreisen in Indonesien zur Eröffnung des Prozesses gegen den Anführer radikaler Gruppen.
Bashir soll Anführer des militanten Netzwerks Jemaah Isalamiah sein, das Verbindungen zu Al Quaida unterhalten soll. Es wird vermutet, dass er maßgeblich für die Attentate in Bali (2002, über zweihundert Tote) und auf das Hotel Marriot in Jakarta (2003, 12 Tote) mitverantwortlich war. Wird seine Schuld bewiesen, droht ihm die Todesstrafe.
Nach Ansicht internationaler Beobachter stellt der Prozess die Versprechungen des neuen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono auf die Probe, der während der Wahlkampagne versprochen hatte, er werde energisch gegen den islamischen Extremismus vorgehen. Eine zur harte Strafe gegen den charismatischen Religionsführer Bashir, der große Beliebtheit unter zahlreichen Anhängern genießt, könnte jedoch zu Spannungen und Gewalt führen. An den vergangenen Tagen hatten sich in Jakarta tausende Anhänger von Bashir in Vor dem Gericht in Jakarta versammelt, die von mehreren Polizeieinheiten in Schach gehalten wurden.
In der Anklageschrift heißt es, dass „Bashir terroristische Verbrechen geplant und andere Personen dementsprechend befehligt haben soll und dabei entschieden mit Gewalt oder der Androhung von Gewalt gehandelt hat, um eine Atmosphäre des Terrors zu schaffen und eine möglichst hohe Anzahl von Opfern zu verursachen.“
Die Anhänger Bashirs vertreten hingegen die Ansicht, er sei Opfer eines amerikanischen Komplotts geworden; zwei muslimische Parteien, die den neuen indonesischen Präsidenten im Parlament unterstützen, hatten sich mit dem muslimischen Religionsführer solidarisch erklärt.
„Die Regierung befindet sich in einem zerbrechlichen Gleichgewicht: auf der einen Seite muss sie sich bei der Bekämpfung des islamischen Fundamentalismus entschieden zeigen, auf der anderen Seite möchte sie keine neuen gesellschaftlichen Spannungen hervorrufen. Der Prozessverlauf und dessen Ausgang sind für das Land von großer Bedeutung“, so die Beobachter gegenüber dem Fidesdienst. (Fidesdienst, 30/10/2004 - 31 Zeilen, 321 Worte)

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