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AFRIKA/NIGERIA - BISCHOF ONAIYEKAN BEZEICHNET NACHLÄSSIGKEIT UND UNWISSENHEIT ALS GRÜNDE DER EXPLOSION DER ÖL-PIPELINE

Abuja (Fidesdienst) – „Dies ist eine weitere Tragödie, zu der es durch die Nachlässigkeit derjenigen kommen konnte, die die wichtigsten Anlagen in Nigeria kontrollieren sollten“, so der Vorsitzende der nigerianischen Bischofskonferenz, Erzbischof John Olorumfemi Onaiyekan von Abuja, in einem Kommentar zur Explosion der Ölpipeline am 19. Juni in der Nähe des Dorfes Onicha Amiyi-Uhu, im Südosten Nigerias. Bei dem Unfall waren über 100 Menschen gestorben. „Die Zahl der Opfer wird mit Sicherheit noch ansteigen“, so der Erzbischof, „denn die Rettungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen und viele Verletzte befinden sich in einem sehr besorgniserregenden Zustand“.
Seit 1998 kam es in Nigeria bereits neunmal zu Unfällen an Pipelines, bei denen Hunderte von Menschen das Leben verloren haben. „Die Nachlässigkeit der Verantwortlichen der Ölindustrie und die Unwissenheit und Armut derjenigen, die die Leitungen anzapfen, um Treibstoff zu stehlen, führen zu solchen Tragödien“, so Erzbischof Onaiyekan. „Die Pipelines führen in Nigeria an zahlreichen bewohnten Gebieten, Dörfern und bewirtschaftetem Ackerland vorbei. Die Leitungen sind nicht unterirdisch verlegt, weshalb sie für Diebe leicht erreichbar sind. Gestohlen wird in allen Bevölkerungsteilen: Bauern bohren ein Loch in die Leitung, die über ihr Feld führt und fangen das Öl in Eimern auf aber es gibt auch organisierte Verbrecher, die ganze Tanklastwagen abfüllen. In einem solchen Fall ist es nicht möglich, dass die Behörden es nicht merken. Das ist kein Geheimnis, doch leider gibt es in unserem Land viel Korruption“.
„Die Kirche versucht vorzubeugen“, so Bischof Onaiyekan abschließend, „indem sie versucht, die Menschen davon zu überzeugen, dass man sein Leben nicht für Geld riskieren sollte und dass das Stehlen, den christlichen Prinzipien widerspricht. Wir versuchen auch Druck auf die öffentliche Verwaltung auszuüben und fordern Gesetze zur Bekämpfung der Korruption“.
(LM) (Fidesdienst 23/6/2003 – 25 Zeilen, 290 Worte)

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