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EUROPA/SCHWEIZ - DIE MENSCHEN VON DER ARMUT BEFREIEN, EINE ETHISCHE PFLICHT: BEITRAG DES DELEGATIONSLEITERS DES HEILIGEN STUHLS BEI DER INTERNATIONALEN ARBEITSKONFERENZ

Genf (Fidesdienst) – „Armut ist keine Fatalität mehr! Deshalb ist es eine ethische Pflicht für das Gewissen der Menschheit, die Menschen von der Armut zu befreien“, so Bischof Giampaolo Crepaldi mit Bezug auf die Botschaft von Papst Johannes Paul II. zum Weltfriedenstag. Der Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden leitet die Delegation des Heiligen Stuhls bei der 91. Internationalen Arbeitskonferenz, die zur Zeit unter dem Motto „Sich durch Arbeit von Armut befreien“ in Genf tagt.
Indem er die Enzyklika „Centesimus Annus“ zitierte betonte der Bischof, dass „eine Mentalität abgelegt werden sollte, die Arme – Menschen und Völker – als eine Last empfindet … Arme möchten ihre Arbeitsfähigkeit zur Schaffung einer Welt einsetzen, in der es mehr Gerechtigkeit und Wohlergehen für alle gibt. Der Fortschritt für die Armen ist eine Gelegenheit zu moralischem, kulturellem und wirtschaftlichem Wachstum für alle Menschen“.
Nachdem er an die Verpflichtung internationalen Staatengemeinschaft erinnerte, bis zum Jahr 2015 die zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, auf die Hälfte zu reduzieren, betonte Bischof Crepaldi – ebenfalls mit Bezug auf die bereits zitierte Papstbotschaft – die Notwendigkeit, die gegenüber den Armen Menschen eingehaltenen Versprechen zu halten, da es ansonsten zu einer dramatischen Steigerung des Leids infolge des Vertrauensverlusts kommen würde, was wiederum schließendlich zum Aufgeben jeder Hoffnung führen würde.
Schließlich bat der Delegationsleiter die für die Arbeitspolitik auf nationaler und internationaler Ebene Verantwortlichen auch um ein besonderes Augenmerk für das Problem der Jugendarbeitslosigkeit. Dabei handle es sich um äußerst schwierige Aufgaben, doch es sollte dabei das Maß der Ziele mit dem Sinn für die Wirklichkeit in Einklang gebracht werden, damit allerorts der Prozess der Befreiung von der Armut konkret verankert werden könne.
(SL) (Fidesdienst, 16/6/2003 – 26 Zeilen, 291 Worte)

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