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Kuala Lumpur (Fidesdienst) - Texte zur christlich religiösen
Themen wurden kürzlich vom malaiischen Innenminister verboten
und zwar mit der Begründung, sie enthielten und benutzten
den Namen "Allah" auf unrechtmäßige Weise.
Das 1984 verabschiedete Gesetz zu Presse und Veröffentlichung
untersagt anderen Religionen die Benutzung verschiedener Ausdrücke
aus dem Islam.
Die nun verbotenen Texte, die in Bahasa Malaysia und Bahasa Indonesia,
der jeweiligen Amtssprache von Malaysia und Indonesien veröffentlicht
wurden, wurden als "für den öffentlichen Frieden
schädlich" bezeichnet, wie es der Innenminister offiziell
nannte.
Zunächst war das Verbot auch auf eine Bibelübersetzung
in der Iban-Sprache ausgedehnt worden. Iban ist die Sprache eines
vorwiegend christlichen Eingeborenenstammes, dessen Mitglieder
im malaiischen Staat Sarawak leben. Nachdem sich die Bischofskonferenz
jedoch diesbezüglich mit der malaiischen Regierung in Kontakt
gesetzt hatte, wurde das Verbot für die Bibel wieder zurückgenommen:
"Als Mitglieder des Rates der Christlichen Kirchen, in dem
sich katholische und protestantische Religionsführer zusammenschließen
warten wir immer noch auf ein offizielles Treffen mit dem Innenminister
Abdullah Ahmad Badawi, der auch das Amt des Premierministers innehat
und mit dem wir diese Angelegenheit besprechen wollten",
so der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Malaysia Erzbischof
Anthony Soter Fernandez von Kuala Lumpur.
Die verbotenen Bücher wurden vom Verlagshaus "Penerbit
Kanisius" mit Sitz in Indonesien veröffentlicht, das
sich in Trägerschaft des Jesuitenordens befindet und Bücher
zur religiösen aber auch zu psychologischen und medizinischen
Themen herausgibt. Zu den verbotenen Titeln gehören: "Das
Neue Testament kennen lernen" von Erzbischof Ignace Suharyo
von Semarang (Indonesien); "Kurze Geschichte zur Westlichen
Liturgie" von Theodor Lauser; "Die Briefe des heiligen
Paulus" von der indonesischen Bibelstiftung; "Gebete
zur Mahlzeit" von einer katholischen Schwester. Die "schwarze
Liste" enthält auch weitere in Malaysia erschienen Texte
zu biblischen und theologischen Themen, von denen drei das Wort
"Allah" im Titel enthalten und in anderen Personen aus
dem Islam erwähnt werden.
Nach der malaiischen Gesetzgebung sind der Druck, die Reproduktion,
die Veröffentlichung, der Verkauf und der Vertrieb sowie
der Besitz von verbotenen Büchern untersagt. Verstöße
werden mit strengen Strafen von bis zu drei Jahren Haft geahndet.
(PA) (Fidesdienst 28/4/2003 - 35 Zeilen, 342 Worte)
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