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ASIEN/CHINA - SARS FESTIGT FAMILIENBANDE UND GIBT ANLASS ZUM NACHDENKEN

Peking (Fidesdienst) - Die gefährliche Lungenkrankheit SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) hat auch psychologische und gesellschaftliche Auswirkungen auf die Menschen in China. In der gegenwärtigen Krisenlage beschließen vor allem viele junge Chinesen, ihren bisherigen Lebensstil zu ändern und besinnen sich wieder auf die Beziehungen zu Angehörigen, Freunden und Bekannten.
Ein Student der Bejing University bat öffentlich um das Gebet für seine Eltern, die beide als Ärzte in dem Krankenhaus tätig sind, in das die SARS-Kranke eingeliefert werden. Dabei erklärte der junge Mann, er empfinde heute Gefühle, die er sich vorher nie eingestanden hätte, nämlich die Liebe und Bewunderung für die eigenen Eltern.
"Ich habe mich nie so stark mit meinen Eltern verbunden gefühlt", bekräftigt ein anderer Jugendlicher, "und bin mir wie nie zuvor der Wichtigkeit einer Familie bewusst. Ich lebe nicht mehr bei meinen Eltern und habe sie nur einmal in der Woche besucht, um mich bei meiner Mutter an den gedeckten Tisch zu setzen. Dafür habe ich mich nicht einmal bei ihr bedankt. Wenn ich heute daran denke, schäme ich mich dafür. Heute besuche ich meine Eltern jeden Tag und nehme sie in den Arm. Viele meiner Freunde haben dieselbe Erfahrung gemacht. Wir haben auf einmal vieles verstanden und sind reifer geworden."
Mehrer chinesische Websites veröffentlichten in den vergangenen Tagen einen Denkanstoss des bekannten chinesischen Umweltwissenschaftlers Tang Xi yang, der schreibt: "Die Menschen sollten bescheidener, vorsichtiger und beherrschter sein. Geschichte, Natur und Realität haben Respekt verdient, und der Mensch sollten den richtigen Platz einnehmen. Der Mensch sollte sich nicht so wichtig fühlen". Als einziges Ziel der heutigen Menschen bezeichnet der Wissenschaftler den Profit, der Konsumdenken und Materialismus mit sich bringe, wodurch es auch zu Abwandlung natürlicher Gegebenheiten komme, wie zum Beispiel durch Gentechnik und menschliches Klonen. "Ist dies der Wohlstand, den wir wollen?", fragt sich Tan Xi yang. "Zerstörung der Natur, Verschwendung von Ressourcen, Umweltverschmutzung erschrecken die ganze Welt". "Wir zahlen dafür heute mit unserer eigenen Gesundheit und einer ungewissen Zukunft für unsere Kinder", warnt er abschließend. (Fidesdienst, 24/4/2003 - 30 Zeilen, 335 Worte)

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