|
Vatikanstadt (Fidesdienst) - Maria Domenica Mantovani wurde am
12. November 1862 als erstes von vier Geschwistern in Castelletto
di Brenzone (Varese, Norditalien) geboren und am darauffolgenden
Tag getauft. Bereits nach der Grundschule musste sie die Schule
abbrechen, da sie sehr arme Eltern hatte. Doch die mangelnde schulische
Ausbildung glich sie mit ihrer Intelligenz, ihrem starken Willen
und ihrem ausgeprägten Sinn für das Praktische aus.
Bereits als Kind widmete sie sich dem Gebet und war an allem interessiert,
was mit Gott zu tun hatte. Grundlage ihres tiefen religiösen
Empfindens war das Vorbild der Eltern und Verwandten, die einfache,
tüchtige, ehrliche und tief gläubige Menschen waren.
Ihr Zuhause, die Schule und die Kirche waren das Umfeld, das ihren
Charakter prägte und die Richtung für ihr ganzes Leben
bestimmte. Ihre gesamte Jugend bis zum Alter von dreißig
Jahren verbrachte sie bei der Familie. Bereits als Kind versuchte
unter Gleichaltrigen apostolisch zu Wirken und diese durch gute
Lektüre und ihr eigenes Vorbild heranzubilden.
Als sie 15 Jahre alt war, kam der selige Giuseppe Nascimbeni nach
Catelletto, wo er zu erst als Lehrer und später als Pfarrer
tätig war. Er wurde zu ihrem geistlichen Begleiter und Maria
Domenica gehörte bald zu seinen wichtigste Helferinnen bei
der vielfältigen Arbeit in der Pfarrgemeinde: sie war eine
Leitfigur für die jungen Gemeindemitglieder und widmete sich
mit großem Eifer dem Katecheseunterricht und kümmerte
sich um Arme und Kranke.
Maria Domenica verehrte in besondere Weise die heilige Jungfrau
und Gottesmutter und legte selbst am 8. Dezember 1886 das Gelübde
der Keuschheit ab. Der selige Giuseppe Nascimbeni bat sie um ihre
Mithilfe bei der Gründung der Kongregation der Kleinen Schwestern
von der Heiligen Familie (6. November 1892): auf diese Weise wurde
sie zu deren Mitgründerin und erste Ordensobere. Bei der
Tätigkeit in der Pfarrgemeinde und bei der Ordensleitung
war die Dienerin Gottes dem Ordensgründer eine einzigartige
Hilfe. Stets war sie ihm treu ergeben und versuchte all seine
Pläne und Wünsche zu verwirklichen. Sie trug auch wesentlich
zum Entstehen der Konstitution des Ordens bei, die sich an den
Regeln des Drittordens des hl. Franz von Assisi inspirierte. Ihre
Mitarbeit trug zusammen mit dem Zeugnis von einem beispielhaften
Leben entscheidend zur Ausdehnung und zur Entwicklung des Institutes
bei.
In den Schriften der Dienerin Gottes werden ihre Eigenschaften
einer guten und liebevollen Mutter, einer weisen und erleuchteten
Lehrerin deutlich, die zum Wohl der anderen manches Mal auch sehr
anspruchsvoll war. Nach dem Tod des Ordensgründers führte
sie mit großer Tugend, Umsicht, Willensstärke und Verantwortungsbewusstsein
die Leitung des Institutes fort.
Noch vor ihrem Tod wurde die Konstitution des Institutes gebilligt.
Inzwischen gehörten der Kongregation rund 1200 Schwestern
an, die in 150 Niederlassungen in ganz Italien und im Ausland
apostolisch und karitativ tätig waren. Bis zu ihrem Tod fürhrte
die Dienerin Gottes ein heiligmäßiges Leben, wobei
sie sich vor allem durch Tugend und Bescheidenheit auszeichnete.
Am 2. Februar 1934 starb sie nach kurzer Krankheit.
Heute gehören der Kongregation etwa 940 Schwestern an, die
in 150 Gemeinschaften leben und sich der Familienpastoral, der
Erziehung, der Alten- und Krankenpflege und den verschiedenen
Formend des Apostolats der Neuevangelisierung annehmen. Die Schwestern
sind in Italien und in der Schweiz (Europa), in Argentinien, Brasilien,
Paraguay und Uruguay (Lateinamerika) sowie in Angola (Afrika)
tätig. (SL) (Fidesdienst 24/4/2003 - 47 Zeilen, 540 Worte)
|