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Vatikanstadt (Fidesdienst) - Der Kapuzinermönch Marco d'Aviano
wurde am 17. November 1631 als Sohn einer reichen Bürgersfamilie,
die Cristofori, in Aviano (Udine, Norditalien) geboren. Noch am
selben Tag wurde er auf den Namen Carlo Domenico getauft. Nach
dem Besuch der Schule in seinem Heimatort, wurde er zur weiteren
Ausbildung und zur Vertiefung seines geistlichen Lebens an das
Internat der Jesuiten in Gorizia geschickt. Der Krieg, der zwischen
der Republik Venedig und dem Ottomanischen Reich in diesen Jahren
herrschte, beeinflusste das Leben des jungen Mannes in beträchtlichem
Maß. Dem Wunsch, sich an den Ort der Gefechte zu begeben
folgend und bereit, auch sein eigenes Blut zur Verteidigung des
Glaubens zu vergießen, verließ er das Internat und
erreichte in wenigen Tagen Capodistria, wo er ausgehungert und
erschöpft von den Mühen der Reise an die Pforte des
Kapuzinerklosters klopfte. Der Ordensobere bot ihm nicht nur Verpflegung
und Unterkunft, sondern gab ihm auch den weisen Rat, zu seinen
Eltern zurückzukehren.
Während seines kurzen Aufenthalts im Kapuzinerkloster in
Capodistria hatte er, erleuchtet von der Gnade, von der Möglichkeit
erfahren, das eigene Leben dem Apostolat und dem Martyrium zu
widmen: er beschloss ein Leben als Kapuzinermönch zu führen.
Im September 1948 wurde als Noviz in Conegliano aufgenommen und
nach einem Jahr legte er am 21. November 1949 die religiösen
Gelübde ab. Er erhielt den Namen Marco D'Aviano. Nach dreijährigem
Philosophie- und vierjährigem Theologiestudium wurde er schließlich
am 18. September 1655 zum Priester geweiht.
Sein Leben, das er zunächst bescheiden und zurückgezogen
lebte, stand von da an vor allem im Zeichen des Gebets und des
Ordenslebens gekennzeichnet. Im September 1664 widmete Pater Marco
seine Kräfte vor allem der Tätigkeit als Prediger, die
er in ganz Italien vor allem in der Fastenzeit und im Advent ausübte.
Außerdem wurden ihm wichtige Ämter in der Ordensleitung
anvertraut. Am 8. September 1676 lenkte ein besonderes Ereignis
die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf den Kapuzinerpater: durch
sein Gebet und seinen Segen wurde im Kloster San Prosdicimo in
Padua Schwester Vincenza Francesconi geheilt, die seit 13 Jahren
durch Krankheit ans Bett gefesselt war. Ähnliches geschah
nur wenig später in Venedig. Dies machte den Kapuzinermönch
allerorts bekannt und viele Menschen wandten sich in der folgenden
Zeit mit der Bitte um persönlichen Trost an ihn.
Seine Bekanntheit, die immer größer wurde, beeindruckte
Pater Marco selbst nicht sehr und er führte sein vorheriges
Leben und vor allem seine Tätigkeit als Prediger unbeirrt
weiter. Dabei rief er die Zuhörer vor allem zur Stärkung
des Glaubens und zum christlichen Leben auf. Insbesondere wies
er dabei auf die Notwendigkeit der Reue und der Buße für
die eigenen Sünden hin.
In den letzten zwanzig Jahren seines Lebens unternahm er auf Anweisung
seines Ordens und des Heiligen Stuhls mühsame Reisen durch
ganz Europa. Regierende und Behörden baten um seinen Besuch
und überall erwarteten ihn jubelnde Menschenmengen. Unter
den zahlreichen Regierenden, die um den Besuch des Kapuzinermönchs
gebeten und ihm seine Freundschaft angeboten hatten, war auch
Kaiser Leopold I., der ihm als seinem Freund und geistlichen Begleiter
all seine Probleme anvertraute. Dies ging soweit, dass Pater Marco
als Päpstlicher Legat und apostolischer Missionar sogar am
Kreuzzug gegen die Türken teilnahm.
In entscheidendem Maß beeinflusste er die Befreiung Wiens
von der türkischen Besatzung am 12. September 1683. Von 1683
bis 1689 nahm er persönlich an Militär- und Verteidigungshandlungen
teil: dabei wollte er vor allem kameradschaftliche Beziehungen
zwischen den Soldaten der kaiserlichen Truppen herstellen, indem
er alle zu christlichem Verhalten aufforderte und den Soldaten
als geistlicher Beistand zur Seite stand. In den darauffolgenden
Jahren bemühte er sich vor allem darum, den Frieden in Europa
wieder herzustellen und die Einheit unter den katholischen Mächten
zum Schutz des Glaubens zu fördern. Im Mai 1699 reiste er
zum letzten Mal nach Wien, doch während der Reise verschlechterte
sich sein Gesundheitszustand. Am 13. August 1699 starb Pater Marco
im Beisein von Kaiser Leopold und dessen Frau Helene.
Marco d'Aviano ruft mit seiner Botschaft jeden einzelnen Christen
zur ständigen Umkehr und zum Glauben auf. Unter weitreichenderen
Gesichtspunkten verweist er dabei auch auf die christliche Identität
Europas und die Notwendigkeit, diese zu schützen und zu bewahren:
er selbst nannte sich "geistlicher Beistand Europas"
und machte dies zum Programm seines Lebens. (SL) (Fidesdienst,
23/4/2003 - 58 Zeilen, 691 Worte)
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