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VATIKAN/SELIGSRPRECHUNGEN AM 27. APRIL - MARCO D'AVIANO (1631-1699): DER "GEISTLICHE BEISTAND" EUROPAS

Vatikanstadt (Fidesdienst) - Der Kapuzinermönch Marco d'Aviano wurde am 17. November 1631 als Sohn einer reichen Bürgersfamilie, die Cristofori, in Aviano (Udine, Norditalien) geboren. Noch am selben Tag wurde er auf den Namen Carlo Domenico getauft. Nach dem Besuch der Schule in seinem Heimatort, wurde er zur weiteren Ausbildung und zur Vertiefung seines geistlichen Lebens an das Internat der Jesuiten in Gorizia geschickt. Der Krieg, der zwischen der Republik Venedig und dem Ottomanischen Reich in diesen Jahren herrschte, beeinflusste das Leben des jungen Mannes in beträchtlichem Maß. Dem Wunsch, sich an den Ort der Gefechte zu begeben folgend und bereit, auch sein eigenes Blut zur Verteidigung des Glaubens zu vergießen, verließ er das Internat und erreichte in wenigen Tagen Capodistria, wo er ausgehungert und erschöpft von den Mühen der Reise an die Pforte des Kapuzinerklosters klopfte. Der Ordensobere bot ihm nicht nur Verpflegung und Unterkunft, sondern gab ihm auch den weisen Rat, zu seinen Eltern zurückzukehren.
Während seines kurzen Aufenthalts im Kapuzinerkloster in Capodistria hatte er, erleuchtet von der Gnade, von der Möglichkeit erfahren, das eigene Leben dem Apostolat und dem Martyrium zu widmen: er beschloss ein Leben als Kapuzinermönch zu führen. Im September 1948 wurde als Noviz in Conegliano aufgenommen und nach einem Jahr legte er am 21. November 1949 die religiösen Gelübde ab. Er erhielt den Namen Marco D'Aviano. Nach dreijährigem Philosophie- und vierjährigem Theologiestudium wurde er schließlich am 18. September 1655 zum Priester geweiht.
Sein Leben, das er zunächst bescheiden und zurückgezogen lebte, stand von da an vor allem im Zeichen des Gebets und des Ordenslebens gekennzeichnet. Im September 1664 widmete Pater Marco seine Kräfte vor allem der Tätigkeit als Prediger, die er in ganz Italien vor allem in der Fastenzeit und im Advent ausübte. Außerdem wurden ihm wichtige Ämter in der Ordensleitung anvertraut. Am 8. September 1676 lenkte ein besonderes Ereignis die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf den Kapuzinerpater: durch sein Gebet und seinen Segen wurde im Kloster San Prosdicimo in Padua Schwester Vincenza Francesconi geheilt, die seit 13 Jahren durch Krankheit ans Bett gefesselt war. Ähnliches geschah nur wenig später in Venedig. Dies machte den Kapuzinermönch allerorts bekannt und viele Menschen wandten sich in der folgenden Zeit mit der Bitte um persönlichen Trost an ihn.
Seine Bekanntheit, die immer größer wurde, beeindruckte Pater Marco selbst nicht sehr und er führte sein vorheriges Leben und vor allem seine Tätigkeit als Prediger unbeirrt weiter. Dabei rief er die Zuhörer vor allem zur Stärkung des Glaubens und zum christlichen Leben auf. Insbesondere wies er dabei auf die Notwendigkeit der Reue und der Buße für die eigenen Sünden hin.
In den letzten zwanzig Jahren seines Lebens unternahm er auf Anweisung seines Ordens und des Heiligen Stuhls mühsame Reisen durch ganz Europa. Regierende und Behörden baten um seinen Besuch und überall erwarteten ihn jubelnde Menschenmengen. Unter den zahlreichen Regierenden, die um den Besuch des Kapuzinermönchs gebeten und ihm seine Freundschaft angeboten hatten, war auch Kaiser Leopold I., der ihm als seinem Freund und geistlichen Begleiter all seine Probleme anvertraute. Dies ging soweit, dass Pater Marco als Päpstlicher Legat und apostolischer Missionar sogar am Kreuzzug gegen die Türken teilnahm.
In entscheidendem Maß beeinflusste er die Befreiung Wiens von der türkischen Besatzung am 12. September 1683. Von 1683 bis 1689 nahm er persönlich an Militär- und Verteidigungshandlungen teil: dabei wollte er vor allem kameradschaftliche Beziehungen zwischen den Soldaten der kaiserlichen Truppen herstellen, indem er alle zu christlichem Verhalten aufforderte und den Soldaten als geistlicher Beistand zur Seite stand. In den darauffolgenden Jahren bemühte er sich vor allem darum, den Frieden in Europa wieder herzustellen und die Einheit unter den katholischen Mächten zum Schutz des Glaubens zu fördern. Im Mai 1699 reiste er zum letzten Mal nach Wien, doch während der Reise verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Am 13. August 1699 starb Pater Marco im Beisein von Kaiser Leopold und dessen Frau Helene.
Marco d'Aviano ruft mit seiner Botschaft jeden einzelnen Christen zur ständigen Umkehr und zum Glauben auf. Unter weitreichenderen Gesichtspunkten verweist er dabei auch auf die christliche Identität Europas und die Notwendigkeit, diese zu schützen und zu bewahren: er selbst nannte sich "geistlicher Beistand Europas" und machte dies zum Programm seines Lebens. (SL) (Fidesdienst, 23/4/2003 - 58 Zeilen, 691 Worte)

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