|
Vatikanstadt (Fidesdienst) - "Die Liturgie am Palmsonntag
ist fast wie eine festliche Eingangspforte zur Karwoche. Sie vereinbart
zwei widersprüchliche Momente: Den Einzug Jesu nach Jerusalem
und das Drama seines Leidens
Beim Einzug Jesu jubelt die
Stadt, in der das Gedächtnis Davids lebendig ist; die Stadt
der Propheten von denen viele für die Wahrheit das Martyrium
erleiden mussten; die Stadt des Friedens, die im Laufe der Jahrhunderte
Gewalt, Krieg und Deportation kennenlernen musste. Auf gewisse
Weise kann Jerusalem als Symbol für die Menschheit betrachtet
werden und dies gilt insbesondere zum dramatischen Beginn dieses
Jahrtausends, den wir derzeit erleben", so begann Papst Johannes
Paul II. seine Predigt zum Festgottesdienst am Palmsonntag auf
dem Petersplatz in Rom. Anlässlich des 18. Weltjungendtages
der Diözesen zum Thema "Hier ist deine Mutter!"
(Joh 19, 27) nahmen an dem Gottesdienst mit dem Heiligen Vater
auch viele Jugendliche aus der Diözese Rom und aus andern
Diözesen teil.
An die jugendlichen Teilnehmer wandte sich der Papst mit folgenden
Worten: "Auf dem Weg herunter vom Olivenberg liefen Christus
die Kinder und Jugendlichen aus Jerusalem entgegen, die ihn mit
zuriefen und mit Oliven- und Palmzweigen winkten. Heute begrüßen
ihn junge Menschen aus der ganzen Welt, die in den kirchlichen
Gemeinschaften den 18. Weltjungendtag feiern. Ich begrüße
Euch, Jugendliche der Diözese Rom und auch die anderen Jugendlichen,
die aus allen Teilen der Welt hierher gekommen sind
Und
wie könnten wir nicht auch an euren von Krieg und Gewalt
hart geprüften Altersgenossen in Irak, im Heiligen Land und
in anderen Teilen der Welt unsere geschwisterliche Solidarität
zum Ausdruck bringen?"
Sodann überreichte der Papst den Jugendlichen auf der ganzen
Welt ideell die Enzyklika "Pacem in terris" von Papst
Johannes XXIII., "ein historisches Dokument, dass aktueller
ist, denn je", und forderte die jungen Menschen auf: "lest
es, denkt darüber nach und versucht es in die Praxis umzusetzen.
Dann werdet ihr selig' sein, als wahre Kinder des Gottes
des Friedens". "Der Friede ist ein Geschenk Christi,
dass er durch das Kreuzesopfer für uns erwirkt hat",
so der Papst weiter, "damit wir einen wirklichen Frieden
erlangen, müssen wir mit dem Herrn bis auf den Kreuzberg
hinaufgehen. Wer könnte uns auf diesem ansteigenden Weg besser
begleiten als Maria, die uns beim Kreuz als Mutter für den
treuen Apostel Johannes vorgestellt wurde? Hier ist deine
Mutter' mit diesen Worten wendet sich Christus auch an jeden Einzelnen
unter euch, liebe Freunde. Auch euch bittet er Jesus als eure
Mutter in eurem Haus aufzunehmen, denn sie wird euch durch ihre
Mutterschaft erziehen und formen bis ihr die Form Christi angenommen
habt. Maria möge dafür sorgen, dass ihr hochherzig dem
Ruf des Herrn folgt und freudig der christliche Sendung treu bleibt!"
Zum Abschluss des Gottesdienstes fand vor dem Angelusgebet die
Übergabe des Kreuzes des Heiligen Jahres von den Jugendlichen
aus Toronto (Kanada) an die Altersgenossen aus Köln (Deutschland),
wo 2005 der 20. Weltjugendtag gefeiert werden wird, statt. Der
Papst übergab den Jugendlichen aus Deutschland auch eine
Marienikone der "Salus Populi Romani", die bereits beim
Weltjungendtag des Heiligen Jahres in Rom ausgestellt war. "Der
Delegation aus Deutschland vertraue ich heute die Marienikone
an", so der Heilige Vater, "von nun an soll sie zusammen
mit dem Kreuz alle Weltjugendtage begleiten. Sie wird Zeichen
der mütterlichen Präsenz Mariens unter den Jugendlichen
sein, die wie der Apostel Johannes berufen sind, sie zu sich zu
nehmen". Der
vollständige Wortlaut der Predigt des Papstes und die
Einführung zum Angelus gebet sind zugänglich unter www.fides.org.
(SL) (Fidesdienst, 14/4/2003 - 49 Zeilen, 604 Worte)
|