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Kampala (Fidesdienst) - Seit Juni 2002 haben die Soldaten der
im Norden Ugandas kämpfenden Lord's Resistance Army insgesamt
rund 5.000 Kinder verschleppt. Dies geht aus einem Bericht der
Menschenrechtsorganistaion Human Rights Watch hervor. Im Vergleich
zum Vorjahr, in dem die Zahl der Verschleppungen bei etwa 100
lag, ist dies ein allarmierender Anstieg.
"Diese Zahlen sind bestimmt zutreffend, wenn nicht zu niedrig
angesetzt", so ein Missionar aus Uganda im Gespräch
mit dem Fidesdienst. "Es kommt weiterhin zu Verschleppungen
trotz des Waffenstillstandsabkommens zwischen den Guerillaeinheiten
und den regulären Truppen. Am schlimmsten ist die Situation
in Ost-Acholi an der Grenze zum Sudan, wo die Sicherheitslage
sehr beeinträchtigt ist. Hier bei uns im Landesinneren ist
die Situation weniger gefährlich, doch bis vor wenigen Monaten
übernachteten jede Nach 450 bis 500 Kinder aus den umliegenden
Dörfern aus Angst vor Entführungen in unserer Mission".
"Die Kirche ist praktisch die einzige Einrichtung, die sich
um die von ihren Entführern befreiten Kinder kümmert",
so der Missionar weiter, "es gibt hier zwei Verbände,
die sich dieser Kinder annehmen, einer ist katholisch und einer
protestantisch. Ihre Arbeit ist von grundlegender Bedeutung. Die
Kinder leiden unter schweren physischen und vor allem psychischen
Traumata. Wenn es gelingt sie zu befreien oder wenn sie selbst
flüchten können, dann kommen sie zu einem dieser Verbände,
wo Ärzte und Psychologen versuchen, ihnen wieder einen Sinn
für Menschlichkeit zu vermitteln. Diese Kinder wurden meistens
als Soldaten und Arbeitskräfte ausgebeutet oder sexuell misshandelt.
Sie werden zu gefühllosen Kriegsmaschinen gemacht, wozu man
ihnen oft Drogen gibt. Wenn das Kind seine Persönlichkeit
wiedergefunden hat, dann kann es in seine Familie zurückkehren."
"Wir tun unser Möglichstes für diese Kinder, doch
damit diese Tragödie ein Ende findet, muss Frieden geschaffen
werden. Die Religionsführer der Ortskirchen versuchen seit
langem zwischen Guerillakämpfern und Regierung zu vermitteln,
doch sie stoßen immer wieder auf neue Hindernisse. Verschiedene
Interessen führen dazu, dass der Krieg fortgesetzt wird",
so der Missionar abschließend.
Nach Schätzungen wurden in dem 16jähreigen Konflikt
zwischen der LRA und den regulären Streitkräften insgesamt
über 20.000 Kinder verschleppt. (LM) (Fidesdienst 11/4/2003
- 34 Zeilen, 348 Worte)
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