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ASIEN/IRAK - WHO: MEDIZINISCHE BASISVERSORGUNG GEFÄHRDET, PLÜNDERUNGEN IN KRANKENHÄUSERN, ZUSMMENBRUCH DER WASSER- UND STROMVERSORGUNG, HUNDERTE VON VERLETZTEN, EPIDEMIEGEFAHR

Amman (Fidesdienst) - "Wir machen uns große Sorgen. Wenn wir nicht innerhalb weniger Tage Ärzte, Arzneimittel und medizinische Geräte nach Bagdad bringen können, dann werden hunderte Menschen sterben und die Epidemiegefahr über alle Maße zunehmen", warnt Frau Dr. Fadela Chaib, WHO-Mitarbeiterin in Amman (Jordanien), die die Gesundheitssituation im Irak überwacht und Nothilfen koordiniert.
Angesichts der derzeitigen Sicherheitslage kann eine medizinische Basisversorgung nicht mehr gewährleistet werden. Frau Dr. Chaib erklärt hierzu: "Hunderte Verletzte bleiben ohne medizinische Versorgung, weshalb ihr Leben gefährdet ist. In Bagdad wurden selbst Krankenhäuser geplündert. Im Medical City Hospital in der Hauptstadt gehen die geringen Wasserreserven zu Ende auch im Al Kindi Hospital wurde alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest ist. Wird die Ordnung nicht bald wieder hergestellt, wird dies unter medizinischen Gesichtpunkten schwere Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben. Die Situation wird sich rasch zuspitzen".
Den Mitarbeitern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Bagdad (rund 300 Ärzte und Krankenpfleger) sind zum Teil nicht in der Lage, in die Krankenhäuser zu gelangen: "Unterdessen sind wir hier in Amman bereit für die rasche Auslieferung des benötigten Materials zur Gewährleistung einer medizinischen Grundversorgung, doch wir warten noch auf die Genehmigung der alliierten Militärbefehlshaber", so Frau Dr. Chaib gegenüber dem Fidesdienst.
Die humanitäre Situation in Bagdad ist kritisch, aber auch in anderen Städten, wie zum Beispiel in Basra im Südirak, wo die Wasser- und Stromversorgung zusammengebrochen ist, sind Krankenhäuser nicht funktionsfähig. "Es sterben vor allem weiterhin viele Kinder", so die WHO-Mitarbeiterin, "Im Norden ist die Situation zumindest unter medizinischen Gesichtpunkten weniger kritisch. Hier ist man in der Lage Verletzte, vor allem Kinder, zu versorgen".
"Wir bitten die englischen und amerikanischen Militärbehörden sich nun rasch um die tatsächlichen Bedürfnisse der Zivilbevölkerung zu kümmern. Wir von der WHO und von den Vereinten Nationen sind bereit aber es fehlt uns noch die Genehmigung für aktives Handeln. Wenn wir eine Tragödie verhindern wollen, dann müssen wir dringen ein Minimum an medizinischer Basisversorgung für die Bevölkerung wieder gewährleisten", warnt Frau Dr. Chaib noch einmal.
(PA) (Fidesdienst 11/4/2003 - 34 Zeilen, 342 Worte)

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