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Amman (Fidesdienst) - "In unseren Aufnahmelagern in Jordanien
halten sich keine irakischen Flüchtlinge auf", so die
Sprecherin des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Laura
Boldrini, im Gespräch mit dem Fidesdienst. Frau Dr. Boldrini
hält sich derzeit im UN-Flüchtlingslager in Ruwaished
an der Grenze zum Irak auf.
Im Gespräch mit dem Fidesdienst erläuterte Frau Dr.
Boldrini die Situation vor Ort.
Woher kommen die Flüchtlinge, die Sie gegenwärtig
betreuen? Wie viele Menschen halten sich in den Durchgangslagern
auf?
Hier in Ruwaished, wo das Flüchtlingslager vom Roten
Halbmond (was dem Roten Kreuz in westlichen Ländern entspricht)
in Zusammenarbeit mit der IOM (International Organization for
Migration) betreut wird, halten sich Fremdarbeiter aus dem Irak
auf. Es handelt sich dabei vorwiegend um Menschen aus Ägypten,
dem Sudan, Somalia und um Palästinenser, die lange Jahre
im Irak gearbeitet und nun alles verloren haben. Einige von ihnen
sind auch mit irakischen Staatsbürgern verheiratet und mussten
sich von ihrer Familie trennen. Dies ist eine der Tragödien,
die das Drama des Krieges mit sich bringt. Die Palästinenser
haben keinen regulären Pass, sondern nur Ausweise, die von
den arabischen Ländern nicht anerkannt werden. Es sind hier
auch Studenten aus Somalia, die riskieren, dass sie mit dem Studium
in einem anderen Land von vorne anfangen müssen, wie sie
nicht wissen, ob sie nach Ende des Krieges in den Irak zurückkehren
können.
Bisher wurden in dem Durchgangslager in Ruwaished rund 1000 Menschen
versorgt, von denen viele bereits in ihre Herkunftsländer
weiterreisen konnten. Das Problem der Palästinenser ohne
gültige Papiere und der Flüchtlinge aus dem Sudan und
aus Somalia, die nicht in ihre Länder zurückkehren können,
weil dort auch Krieg herrscht, bleibt weiterhin ungelöst.
Wir versuchen diese Menschen in Drittländern unterzubringen.
Weshalb kommen Ihres Erachtens keine irakischen Flüchtlinge
an? Werden die Menschen vom Regime terrorisiert? Inwiefern beeinflussen
amerikanische Bombardierungen die Ausreise?
Das zweite Flüchtlingslager, das direkt vom UN-Hochkommissariat
geführt wird und in dem irakische Flüchtlinge aufgenommen
werden sollen ist bisher in der Tat noch leer. Wie aus den Berichten,
der Menschen, die aus dem Irak kommen hervorgeht, soll das irakischen
Regime allen mit schweren Strafen drohen, die aus dem Land flüchten,
wie zum Beispiel den Verlust der Staatsbürgerschaft und des
Eigentums. Ein weiterer Grund für die geringe Anzahl irakischer
Flüchtlinge sind die Reisekosten. Eine Reise nach Jordanien
kostet rund 400 Dollar. In den vergangenen Jahren sind die Menschen
im Irak durch die Sanktionen sehr arm geworden.
Erst gestern haben Flüchtlinge bekräftigt, dass es keine
besonderen Hindernisse beim Erreichen der jordanischen Grenze
von Bagdad aus gibt. Anscheinend soll es entlang der Straße
nur eine einzige Kontrolle gegeben haben und es sollen auch keine
amerikanischen Militärhandlungen stattfinden.
Rechnen Sie mit zukünftigen Flüchtlingsströmen?
Es ist in diesem Augenblick sehr schwierig Vermutungen anzustellen.
Es hängt alles vom Verlauf des Krieges und den benötigten
Zeiten ab. Wir sind auf jeden Fall auf die Ankunft von Flüchtlingsmassen
vorbereitet. Zur Zeit können wir 300.000 Menschen hier aufnehmen.
Weitere Flüchtlingslager werden auch in Syrien und im Iran
errichtet.
(LM) (Fidesagentur 3/4/2003 - 50 Zeilen, 505 Worte)
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