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Das Evangelium nach Johannes stellt uns auf eindringliche Weise
dem Dilemma der Wahl zwischen Licht und Finsternis gegenüber
und stellt verbittert fest, dass die Menschen oft dem Licht die
Finsternis vorziehen. Die Symbolik der Begriffe ist leicht zu
versehen, schwieriger ist es damit übereinzustimmen, was
im Leben Licht und Finsternis bedeutet. Jesus spricht oft von
einer Welt, die zu ihm im Gegensatz steht, und meint damit diejenigen,
die eine gegenteilige Auffassung vom Konzept des Lichts und der
Finsternis vertreten.
Es liegt an uns, das als Licht zu betrachten, was Gegenstand unseres
täglichen Bemühens ist: materieller Wohlstand, Genuss
der Sinne, nutzlose Eitelkeit oder Errungenschaften der Intelligenz.
Doch dies ist das Missverständnis, das im Herrn Verbitterung
hervorruft. Er verurteilt die wahren Sehnsüchte des Menschen
nicht, doch er zeigt ihnen ein höheres Licht und ist verbittert,
wenn der Mensch sich Illusionen hingibt, wenn er als Licht empfindet,
was ihn nicht aus seiner undurchsichtigen Ungewissheit befreit.
Die Vorliebe des Menschen für die Finsternis war stets ein
Geheimnis der Menschheitsgeschichte und sie ist dies auch für
uns aufgrund des Zwiespalts, der uns seit jeher innewohnt. Doch
es wäre unverzeihlich, würden wir nicht nach dem einzigen
Licht suchen, das uns nicht enttäuscht. P. Giorgio Vito
(Fidesdienst 31/3/2003 - 20 Zeilen, 221 Worte)
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